Einbruch des EU-Agrareinkommens 2009
Brüssel/Berlin, 12.05.2010. Neue Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaft, Eurostat, bekräftigen den drastischen Einbruch des landwirtschaftlichen Einkommens 2009 in Europa. Das berichtet der Europäische Bauern- und Genossenschaftsverband Copa-Cogeca und spricht sich für ein schnelles Handeln aus, um der Krisensituation im europäischen Agrarsektor zu begegnen.
Die Schätzwerte von Eurostat zur landwirtschaftlichen Gesamtrechnung für 2009 zeigen, dass die landwirtschaftlichen Einkommen in der EU im letzten Jahr nach Anrechnung der Inflation im Durchschnitt um 11,6 % real gesunken sind. Einzelne Sektoren seien besonders hart getroffen, mit katastrophalen Rückgängen von 30 % für Getreide, 24 % für Olivenöl, 21 % für Milch und 12 % für Obst. Eine der Hauptursachen für den eingetretenen Einkommenssturz sei die Abnahme des Wertes der landwirtschaftlichen Erzeugung um 10,4 %.
Seit 2003 sei ein Abwärtstrend in der europäischen Landwirtschaft zu verzeichnen, Verringerungen der EU-Agrarpreise um 2,1 % im Jahresdurchschnitt stünden Steigerungen der europäischen Verbraucherpreise generell um 2,5 % jährlich gegenüber. Copa-Cogeca Generalsekretär Pekka Pesonen bekräftigte: „Mit diesen Zahlen bestätigen sich unsere schlimmsten Befürchtungen. Die Situation ist schlicht unerträglich. Selbst vor der aktuellen Krise erreichten die landwirtschaftlichen Einkommen im Schnitt nur 50 % der durchschnittlichen gesamtwirtschaftlichen Verdienste“. Die europäischen Entscheidungsträger forderte er auf, umgehend tätig werden, um Besserungen herbeizuführen. Für die Zeit nach 2013 sei eine starke Gemeinsame Agrarpolitik mit einem klaren Bekenntnis zum Fortbestand der Direktzahlungen notwendig.