Raiffeisenverband erhöht Ernteschätzung
Berlin, 16.06.2010. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat seine Schätzungen zur Getreideernte 2010 gegenüber dem Vormonat um 0,5 Mio. t nach oben korrigiert. Die für die Vegetation relativ günstigen Witterungsbedingungen mit teilweise ergiebigen Niederschlägen Ende Mai und Anfang Juni hätten die Ertragsbildung deutlich verbessert. Der DRV erwartet aktuell mit 70,2 dt/ha nur noch knapp drei Prozent niedrigere Getreide-Durchschnittserträge im Vergleich zum außergewöhnlich hohen Durchschnittsertrag von 72,1 dt/ha im Jahr 2009.
Da die Getreidefläche um 3 % bzw. rund 200.000 ha eingeschränkt wurde, wird die Erntemenge von 47 Mio. t Getreide das Vorjahresergebnis von 49,7 Mio. t um voraussichtlich 2,7 Mio. t oder knapp 5,4 % verfehlen. Damit sei der Grundstock für eine quantitativ überdurchschnittliche Ernte gelegt. Die Witterung in den nächsten Wochen und während der Ernteperiode entscheide nun wesentlich über die Getreidequalitäten und damit über die Vermarktungsmöglichkeiten und Preise. Auch bei Winterraps beurteilt der DRV die Ertragsentwicklung etwas positiver als im Vormonat, geht aber immer noch von Einbußen insbesondere in den nördlichen und östlichen Bundesländern aus. Der bundesweite Durchschnittsertrag wird vom DRV auf 39,9 dt/ha veranschlagt. Dies wären knapp 3,0 dt/ha oder 7 % weniger als im Rekordjahr 2009. Die Rapsfläche wurde insgesamt um 1 % oder knapp 20.000 ha auf 1,5 Mio. ha ausgedehnt. Der DRV erwartet deshalb derzeit eine Rapsernte von insgesamt 5,9 Mio. t. Damit würde die Rekordernte des Vorjahres (6,3 Mio. t) um 6 % verfehlt.