Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2010 Situation zu Beginn der Getreideernte 2010

Situation zu Beginn der Getreideernte 2010

Berlin, 08.07.2010. Der lange Winter und die nass-kalte Witterung im Frühjahr führten zu einer verzögerten Frühjahrsentwicklung der Bestände. Daher war zunächst von einem um zehn bis vierzehn Tage verzögerten Erntebeginn ausgegangen worden. Die derzeit sehr hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit werden den Erntebeginn jedoch wieder um einige Tage vorrücken lassen. Durch die aktuelle Wetterlage drohen Trockenschäden im Getreide. Dies stellte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, zur beginnenden Getreideernte fest.


Gerstenfeld
Gerstenfeld

Insbesondere auf den leichten Standorten drohten Weizen und Roggen in die Notreife zu gehen. Beim Weizen könnten noch keine Aussagen über die Qualitäten getroffen werden, so der Bauernverband. Deshalb seien die Erzeuger sehr zurückhaltend im Verkauf neuerntiger Ware. Sollten sich die Qualitätsprobleme bestätigen, könnte eine starke Qualitäts- und dementsprechend eine Preisdifferenzierung beim Weizen eintreten. Die ersten Ergebnisse bei der Gerste ließen auf durchschnittliche Erträge und Qualitäten hoffen. Die Preise für Gerste tendierten daher fest. Die diesjährigen Ernteschätzungen lägen weit auseinander, so korrigierte die EU-Kommission ihre Schätzung für Deutschland von 47 Mio. t auf 45 Mio. t nach unten. Der DBV ging in seiner letzten Ernteschätzung von 46 Mio. t aus. Sollten sich die negativen Einflüsse der Hitzeperiode bestätigen, könnte die Getreideernte 2010 aber durchaus darunter liegen.

Bei Gerste werden keine Spitzenerträge sondern eher zufriedenstellende Ergebnisse erwartet. Insbesondere auf den leichten Standorten seien aufgrund der Trockenheit Ertragseinbußen zu erwarten, vor allem da die Bestände durch die kalte Witterung im Wachstum verzögert waren. Hier wird mit Ertragseinbußen um 10 % zu rechnen. Über alle Regionen sei zu verzeichnen, dass die Weizenbestände unter der derzeitigen Trockenheit leiden. Hier fehlten in den für die Ertragsbildung wichtigen Wochen der Kornfüllungsphase ausreichend Niederschläge. In der Folge sei mit Schmacht- und Kümmerkorn zu rechnen. In einigen Regionen seien bereits irreparable Schäden am Weizen zu erkennen. Bei weiterhin ausbleibenden pflanzenwirksamen Niederschlägen seien bei Raps und Sommergerste Ertragseinbußen zu befürchten. Im Allgemeinen lägen die Maisbestände aufgrund der nassen und kalten Witterung im Frühjahr drei, teilweise sogar vier Wochen zurück. Bei ausreichender Wasserversorgung geht der Bauernverband davon aus, dass die Entwicklung noch aufgeholt werden kann.

 

Raiffeisenverband erwartet 46,5 Mio. t Getreide

Berlin, 19.05.2010.Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hebt die Schätzungen zur Getreide- und Ölsaatenernte 2010 nach den ergiebigen Niederschlägen der letzten Wochen leicht an. Die Getreideernte wird derzeit auf 46,5 Mio. t veranschlagt, gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Mengenrückgang um 3,3 Mio. t. bzw. 6,6 %. In der Aprilschätzung ging der DRV noch von einer Produktion von 46,1 Mio. t aus.

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