Landwirte bangen auch um Kartoffelernte
Berlin, 15.07.2010. Die seit Wochen anhaltende Hochwetterlage mit neuen Hitzerekorden hat in den Kartoffelbeständen bereits sichtbare Spuren hinterlassen. „Die Situation ist in diesem Jahr vielerorts noch bedrückender als in den Trockenjahren 2003 und 2006“, so Martin Umhau, Vorstandsvorsitzender der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA).
Zwar falle es zum heutigen Zeitpunkt schwer, die möglichen Ernteeinbußen zu beziffern, fest stehe jedoch, dass auf der Basis von Umfragen unter den Erzeugergemeinschaften mit Ertragsausfällen in der Größenordnung zwischen 10 % und 30 % gerechnet werden müsse, so der Vorstandsvorsitzende. Die in Deutschland zum Vorjahr um voraussichtlich 0,8 % auf 265.000 ha leicht gestiegene Kartoffelfläche komme 2010 daher alles andere als zum Tragen.
Aussagen zur Qualität der Knollen und damit zum Anteil marktfähiger Ware seien noch schwieriger. „Dicke“, etwa für die Herstellung von Pommes frites, dürften in diesem Jahr Mangelware werden. Daher hätten sich Erzeugergemeinschaften mit Verarbeitern bereits über kleinere Sortiermaße verständigt, so Umhau. Frühkartoffeln, die derzeit gerodet werden und in hohem Maße unter Beregnung stehen, seien noch vergleichsweise glimpflich durchgekommen. Einen finanziellen Ausgleich schaffe hier der Preis, der sich für lose Speiseware Mitte Juli um 40 EUR/100 kg bewege und damit über dem Niveau anderer Jahre. Umhau appelliert in diesem Zusammenhang an alle Marktbeteiligten, die von Erzeugern und Kartoffelhändlern gemeinsam propagierte Zielsetzung zur „Qualitätsoffensive Festschaligkeit“ auch umzusetzen. Hier gebe es noch Verbesserungspotenzial.