Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2010 Wintergerstenernte unterdurchschnittlich

Wintergerstenernte unterdurchschnittlich

Berlin, 22.07.2010. In allen Regionen Deutschlands sind die Bauern voll in der Getreideernte. Alle Aussichten auf eine Ernte im mehrjährigen Durchschnitt seien aber geschwunden, so der Deutsche Bauernverband (DBV) in seiner ersten Erntemeldung. Die Erträge bei Gerste weisen laut DBV bundesweit eine erhebliche Spannweite auf. Auf besonders trockenen Standorten in Thüringen wurden im Vergleich zum Vorjahr bis zu 30 % weniger Wintergerste geerntet.


Ähren der Wintergerste
Ähren der Wintergerste

Aus anderen Regionen würden Ertragsminderungen von 5 bis 10 % gegenüber dem Vorjahr gemeldet. Da auf vielen Gerstenstandorten in der pflanzenphysiologisch wichtigen Phase der Kornfüllung noch ausreichend Feuchtigkeit vorhanden war, werde bei der Wintergerste in der Summe mit einem Ertrag leicht unter Vorjahresniveau gerechnet, nach den bisherigen Ergebnissen knapp 3 % weniger. Die Qualitäten der geernteten Wintergerste fielen überraschend gut aus. So bewegten sich die Hektolitergewichte je nach Standort im Bereich von 62 bis 70 Kilogramm je Hektoliter und entsprechen damit normalen bis guten Werten. Die Erzeugerpreise liegen zum jetzigen Zeitpunkt bei über 120 Euro je Tonne.

Die Ernte der übrigen Getreidearten habe erst begonnen. Die Ertragserwartungen bei Weizen würden deutlich gebremst, da in den für die Ertragsbildung wichtigen Wochen der Kornfüllungsphase auf den meisten Standorten Bodenfeuchte und Niederschläge fehlten. Weizen sei in weiten Teilen Deutschlands in die Notreife gegangen. Die Hektarerträge werden um 10 bis 20 % unter dem letztjährigen Niveau veranschlagt. Bei Brotweizen werden gegenwärtig auf Erzeugerebene 140 Euro je Tonne und mehr geboten, so der Bauernverband.

 

Situation zu Beginn der Getreideernte 2010

Berlin, 08.07.2010. Der lange Winter und die nass-kalte Witterung im Frühjahr führten zu einer verzögerten Frühjahrsentwicklung der Bestände. Daher war zunächst von einem um zehn bis vierzehn Tage verzögerten Erntebeginn ausgegangen worden. Die derzeit sehr hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit werden den Erntebeginn jedoch wieder um einige Tage vorrücken lassen. Durch die aktuelle Wetterlage drohen Trockenschäden im Getreide. Dies stellte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, zur beginnenden Getreideernte fest.

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