Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2010 Futtergetreide wird in der EU nicht knapp

Futtergetreide wird in der EU nicht knapp

Berlin, 8.08.2010. Die aktuelle Ernteschätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) weist eine im Vergleich zum Vorjahr um 12 % geringere Getreideernte von 43,7 Mio. t aus. Angesichts der Hitzewelle im Juli wurden zeitweise erheblich höhere Ertragseinbußen befürchtet. Forderungen der europäischen Mischfutterhersteller nach kurzfristigen Verkäufen von Gerste aus Interventionsbeständen erteilt der DRV eine klare Absage.


Bevor eine solche Entscheidung getroffen werde, sollten solide Zahlen zur Erntesituation aus den anderen EU-Mitgliedstaaten abgewartet werden. „Bislang zeigen die fundamentalen Daten keine Knappheit an Futtergetreide. Kurzfristige administrative Markteingriffe würden nur weitere unkalkulierbare Preisverwerfungen auslösen“, stellt Dr. Henning Ehlers vom DRV fest.

Bei weitgehend abgeschlossener Gerstenernte mit befriedigenden Erträgen und guten Qualitäten fallen nach DRV-Information die bisherigen Druschergebnisse bei Weizen, Roggen, Triticale und Sommergerste qualitativ und quantitativ äußerst heterogen aus. Der DRV erwartet mit durchschnittlich 6,6 t/ha etwa 8 % niedrigere Erträge und insgesamt eine Erntemenge von 43,7 Mio. t Getreide. Das Ergebnis des Vorjahres (49,7 Mio. t) wird um 12 % oder 6 Mio. t verfehlt. Der Getreidebedarf in Deutschland wird auf etwa 40 Mio. t veranschlagt und ist damit mehr als gedeckt. Auch die Rapserträge und Qualitäten werden vom DRV schlechter beurteilt als im Vorjahr. Erwartet wird ein Durchschnittsertrag von 3,8 t/ha. Dies wären im Vergleich zu den Rekorderträgen 2009 knapp 12 % weniger je Hektar Anbaufläche. Die Erträge liegen damit etwa auf dem durchschnittlichen Fünfjahresniveau, allerdings sind dieses Jahr etwas geringere Ölgehalte festzustellen. Der DRV errechnet für Deutschland eine Rapsernte von 5,6 Mio. t. Im Vorjahr wurden mit 6,3 Mio. t bundesweit rund 11 % mehr geerntet.

 

Ernte durch Regenfälle teilweise unterbrochen

Berlin, 04.08.2010. Die diesjährige Ernte ist weiterhin durch einen schwierigen Witterungsverlauf geprägt: Führte die von Mitte Juni bis Ende Juli anhaltende Trockenheit bei hohen Temperaturen zu einer schnellen Abreife des Getreides mit zügigem Ernteverlauf, geht die Ernte derzeit aufgrund der Niederschläge nur noch schleppend voran, erklärte der Deutsche Bauernverband (DBV) in seiner zweiten Erntemeldung. Auch würden sich die Sorgen der Bauern mehren, dass durch die nunmehr feuchte und schwüle Witterung die Gefahr von Qualitätseinbußen bei Getreide wächst.

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