Erzeuger-Selbsterklärung für nachhaltigen Raps
Berlin, 25. August 2010. Nach Ernteschätzung des Deutschen Bauernverbandes haben die Rapserzeuger zur Ernte 2010 rund 5,66 Mio. t Raps eingefahren. Nach 6,3 Mio. t bei der Rekordernte des Vorjahres ist das die zweithöchste Ernte in der Geschichte des deutschen Rapsanbaus.
Bei Erzeugerpreisen von 320 bis 370 Euro je Tonne bestätigt der Raps damit nach Meinung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) seine betriebswirtschaftliche Bedeutung im Ackerbau. Laut UFOP steht aus bilanzieller Sicht ausreichend Raps als Rohstoff sowohl für die Bedienung der Nahrungsmittelindustrie als auch für die Biodieselerzeugung zur Verfügung. Etwa 2,1 Mio. t Biodiesel werden inzwischen herkömmlichen Diesel beigemischt. Dies entspreche einem Mengenbedarf von rund 5,2 Mio. t Rapssaat.
Die Bedienung des deutschen Biodieselmarktes sei mit der Ernte 2010 erstmals an den Nachweis bestimmter Nachhaltigkeitsanforderungen gekoppelt, so UFOP weiter. Ab Januar 2011 werde ausschließlich Biodiesel auf die Kraftstoffquote angerechnet bzw. steuerbegünstigt, wenn ein so genannter Nachhaltigkeitsnachweis durch den Biodieselhersteller ausgestellt werden könne. In der Vorkette müsse die nachhaltige Erzeugung und Herkunft, beginnend über eine so genannte Selbsterklärung des Landwirtes, nachgewiesen werden. Angesichts des Mengenbedarfs und zur Absatzsicherung appelliert die UFOP daher an die Landwirte, den Biodieselmarkt auf jeden Fall optional für die Verwendung der Rapssaat offen zu halten. Die Landwirte sollten ihre Selbsterklärung dem Agrarhandel baldmöglichst übermitteln. Es sei davon auszugehen, dass zunächst ausschließlich deutscher Raps für die hiesige Biodieselproduktion zur Verfügung stehe. In anderen EU-Mitgliedstaaten oder Drittstaaten wurden die entsprechenden administrativen Voraussetzungen bislang nicht geschaffen.