Weniger deutsche Kartoffeln geerntet
Bonn, 08.09.2010. Die Kartoffelsaison 2010 ist EU-weit seit Beginn der Auspflanzungen von Wetterkapriolen geprägt. Vor allem die Hitze und Dürre im Sommer machte den Kulturen zu schaffen, so dass die Erträge deutlich unter dem Niveau des Vorjahres sinken. Darauf verweist die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI). In Deutschland werden 2010 wohl nur rund 9,8 Mio. t Kartoffeln gerodet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 1,9 Mio. t.
Neben den widrigen Witterungsbedingungen sei die um drei Prozent auf 255.200 Hektar geschrumpfte Anbaufläche eine Ursache für die kleinere Ernte. Dass diese Menge für den deutschen Bedarf durchaus ausreiche, zeige das Dürrejahr 2006 als das Aufkommen ähnlich groß war, so AMI weiter. Die Situation werde in dieser Saison aber dadurch verschärft, dass auch EU-weit weniger Kartoffeln herangewachsen sind. In der EU-27 wird die Ernte laut AMI auf rund 56 Mio. t sinken, ein absoluter Minusrekord.
Kleine Kaliber und Probleme mit Durchwuchs oder Fäulen seien auch in den Nachbarländern verbreitet. Am meisten werde die Stärkeindustrie unter der Knappheit leiden, da deren Rohstoff auf den schwächeren Standorten und häufiger ohne Beregnung heranwachse. Ein Nachfragesog aus Russland, wo eine Jahrhundertdürre erhebliche Ausfälle verursacht habe, könne im kommenden Frühjahr die Knappheit noch einmal verschärfen. Für die Vermarktung im Winter und Frühjahr werden steigende Preise erwartet.