Qualität der Brotgetreideernte
Detmold, 15.09.2010. Weizen, Roggen und Dinkel hatten in diesem Jahr schwer unter der extremen Wetterlage zu leiden. Die Mühlenbetriebe unterstrichen bereits ihre Sorge wegen der Qualitäten. Längst entspricht nicht jede angebotene Getreidepartie dem üblicherweise zu erwartenden Qualitätsstandard. Marktbeobachter berichten, dass sich die Mühlen in benachteiligten Erntegebieten überregional mit Brotroggen und Brotweizen eindeckten.
In einer Sonderprüfung erfasste das Institut für Sicherheit und Qualität bei Getreide des Max Rubner-Instituts (MRI) an „Mühlenmustern“ die heimischen Brotgetreidequalitäten der Mühlenlieferanten und Mühlen.
Danach stellt sich die mittlere Roggenqualität in diesem Jahr positiv dar. So wurden ausschließlich mühlenfähige Brotroggenqualitäten mit einer guten Stärkebeschaffenheit als „Mühlenmuster“ eingesandt. Die bislang festgestellten hohen Mehlausbeuten stünden in Relation zu den diesjährig geringeren Korn-Mineralstoffgehalten. Die leicht geringeren Hektolitergewichte des Roggens und etwas höheren Anteile an Schmachtkorn spielten in diesem Zusammenhang offenbar noch keine Rolle. Nur wenige Roggenproben zeigten Auswuchs, bei sonst unauffälligen bis guten Eigenschaften der Stärke. Die Weizenqualität aus dem konventionellen Anbau der bislang untersuchten Proben erreicht laut MRI im Erntejahr 2010 bis auf die Mahlfähigkeit im Mittel noch die Werte des langjährigen Durchschnitts. Im Vergleich zu den entsprechenden Werten aus dem Vorjahr liegen die durchschnittlichen hL-Gewichte und Tausendkorngewichte niedriger, jedoch die Fallzahlen auf einem üblichen Niveau. Die erhöhten Mineralstoffgehalte des Korns und die geringere Kornausbildung ließen die Mehlausbeute deutlich sinken. Trotz der im Vergleich zum Mehrjahresmittel leicht schwächeren Durchschnittswerte in der Proteinqualität und im Schrotklebergehalt, sowie in der Kleberbeschaffenheit mit durchschnittlich hohen Glutenindexwerten (fester Kleber, geringerer Elastizität), erreichten die mittleren Backvolumina das gute Niveau des 5-Jahresdurchschnittwerts mit durchschnittlich 668 ml/100g. Dabei fallen in diesem Jahr die mittleren Wasseraufnahmen der Mehle geringer aus, so das MRI weiter.