Technische Lösung für Gentechnik-Spuren angekündigt
Brüssel, 21.09.2010. EU-Verbraucherschutzkommissar John Dalli will das Problem geringfügiger Beimischungen nicht zugelassener gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in Agrarimporten lösen. Im Rahmen der Konferenz der gentechnik-freien Regionen Europas kündigte er eine technische Lösung an.
Dalli verwies darauf, dass vor allem im Futtermittelbereich die Nutzung von GVO eine ökonomische Realität sei. In der Europäischen Union seien bis zu 95 % der eingeführten Sojabohnen und 85 bis 90 % der gehandelten Futtermittel als "gentechnisch verändert" gekennzeichnet. Die europäische Fleischerzeugung sei auf Futtermittel-Importe aus Süd- und Nordamerika angewiesen, insbesondere bei Soja und Mais, deren Proteinlieferungen nicht ersetzt werden könnten. Da in Nord- und Südamerika verschiedene gv-Mais und -Sojapflanzen angebaut werden, die in der EU noch nicht als Lebens- und Futtermittel zugelassen sind, seien geringfügige GVO-Einträge kaum zu vermeiden, so Dalli. Werden diese GVO in Futtermittelimporten nachgewiesen, durften diese, der gesetzlichen Nulltoleranz folgend, bisher nicht in die EU eingeführt werden. Die EU-Kommission plant nun eine technische Richtlinie für Probenahme und Analysemethoden, in der der niedrigste GVO-Gehalt definiert werden soll, bei dem eindeutige Messungen möglich sind. Bei GVO-Gehalten unter 0,1 % liefern die Nachweisverfahren wenig aussagekräftige, oft stark voneinander abweichende Ergebnisse. Diese "technische Lösung" sei keine Abkehr von der bisherigen Nulltoleranz, erklärte Dalli. Vielmehr werde damit die Gefährdung der Futtermittelversorgung und damit Wettbewerbsnachteile für die europäische Fleischerzeugung reduziert.