Bericht zur Kartoffelernte 2010
Berlin, 23.09.2010. Nach den Feststellungen des Bund-Länder-Sachverständigenausschusses für die Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung wird die Kartoffelernte in diesem Jahr mit insgesamt 9,5 Mio. t um 18,7 % unter der Vorjahresmenge von 11,7 Mio. t liegen. Ursachen hierfür seien niedrige Hektarerträge bei leicht eingeschränkten Anbauflächen. Der langjährige Durchschnitt (2004 bis 2009) von 11,6 Mio. t werde damit um 17,8 % unterschritten.
Die diesjährige Qualität der Kartoffelernte ist nach Aussage der Sachverständigen sehr stark schwankend. Kleinfallendes Erntegut und Probleme mit Durchwuchs, Fäule und Glasigkeit seien verbreitet. Insbesondere die Kartoffelfäule werde die zu vermarktende Menge reduzieren. Übergrößen seien selten. Der Stärkegehalt sei derzeit auf Grund der nassen Witterung unterdurchschnittlich und werde voraussichtlich die Rohstoffbasis schmälern. Das zu erwartende Lagerverhalten der diesjährigen Kartoffeln schätzen die Experten aufgrund der im Allgemeinen ungünstigen Erntebedingungen teilweise unbefriedigend ein. Das Erzeugerpreisniveau sei deutlich höher als im letzten Jahr. Die Verbraucher müssten sich aufgrund der geringen Erntemenge in Deutschland und den benachbarten Ländern und der teilweise schlechten Lagerfähigkeit von Speisekartoffeln auf steigende Preise im Winter und Frühjahr einstellen. Versorgungsengpässe erwarten die Sachverständigen nicht und verweisen auf die Erfahrungen aus früheren Ernten in ähnlicher Größenordnung.