Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2010 Russland fällt als großer Weizenexporteur aus

Russland fällt als großer Weizenexporteur aus

Bonn, 20. September 2010. Russland muss bei Weizen im laufenden Wirtschaftsjahr aufgrund der Jahrhunderthitze einen gewaltigen Produktionseinbruch hinnehmen. Darauf weist die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) hin. Nachdem im Mai noch von einer Ernte in Höhe von 58 Mio. t ausgegangen worden war, wurde die Prognose bis Ende August auf 41 Mio. t reduziert. Im vorigen Wirtschaftsjahr lag die russische Weizenproduktion noch bei knapp 62 Mio. t. In Folge der Missernte und der stark steigenden Getreide- und Brotpreise am russischen Binnenmarkt verhängte die russische Regierung Mitte August einen Exportstopp, der bis zum Jahresende gilt.


Produktionseinbruch bei Weizen in Russland
Produktionseinbruch bei Weizen in Russland

Anstelle der 17,5 Mio. t wie im Wirtschaftsjahr 2009/10 wird Russland in dieser Saison nach letzten Schätzungen der AMI nur noch drei bis vier Millionen Tonnen Weizen exportieren. Bedeutendste Abnehmer von russischem Weizen waren in den vergangenen Jahren Ägypten, die Türkei, Syrien, der Iran und Libyen. Von dem Ausfall Russlands als wichtiger Lieferant von Weizen werden laut AMI unter anderem die USA und auch die EU-Länder profitieren. Insbesondere für die USA wird mit einem deutlichen Anstieg der Weizenexporte gerechnet.

Der aktuelle Produktionseinbruch ist nach Angaben der AMI indessen kein Einzelfall. In der Vergangenheit verzeichnete Russland immer wieder extreme witterungsbedingte Produktionsschwankungen. Während der vergangenen sechs Jahre schwankte die Produktionsmenge zwischen 34 und 64 Mio. t. Im Unterschied zu den vergangenen Produktionseinbrüchen verfüge Russland allerdings zu Beginn dieses Wirtschaftjahres mit 13 Mio. t über erhebliche Lagerbestände. Diese könnten unter anderem zur Deckung des deutlich gewachsenen Bedarfs an Futtergetreide genutzt werden. Der russische Gesamtverbrauch von Weizen wurde im August 2010 auf 49,2 Mio. t geschätzt, woraus sich eine Versorgungslücke von gut vier Millionen Tonnen ergebe. Diese könnte ohne Probleme aus den vorhandenen Beständen gefüllt werden. Der starke Preisanstieg am Binnenmarkt könne jedoch noch zu einem deutlichen Rückgang des Inlandsverbrauchs führen. Einige Schätzungen halten einen Verbrauchsrückgang auf 46 Mio. t für möglich.

 

Qualität der Brotgetreideernte

Detmold, 15.09.2010. Weizen, Roggen und Dinkel hatten in diesem Jahr schwer unter der extremen Wetterlage zu leiden. Die Mühlenbetriebe unterstrichen bereits ihre Sorge wegen der Qualitäten. Längst entspricht nicht jede angebotene Getreidepartie dem üblicherweise zu erwartenden Qualitätsstandard. Marktbeobachter berichten, dass sich die Mühlen in benachteiligten Erntegebieten überregional mit Brotroggen und Brotweizen eindeckten.

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