Strom und Wärme aus Stroh
Berlin, 21.09.2010. Das Bundesumweltministerium (BMU) stellt 5 Mio. Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm für ein Pilotprojekt der BEKW Bioenergiekraftwerk Emsland in Emlichheim (Niedersachsen) zur Verfügung. Das Unternehmen plant die Errichtung eines strohbefeuerten Heizkraftwerkes. Das Stroh komme dabei ausschließlich aus dem regionalen Getreideanbau. Mit der neuen Anlage könnten CO2-Emissionen in Höhe von rund 89.500 t pro Jahr vermieden werden, so das BMU.
Mit dem Vorhaben sollen Strom, Wärme und Prozessdampf erzeugt werden. Die Verbrennungsanlage sei für 10,2 Megawatt Bruttostromleistung und 49,8 Megawatt Feuerungswärmeleistung konzipiert. Eine Nettostromleistung von 9 Megawatt werde in das öffentliche Netz eingespeist. Prozesswärme und Hochtemperatur-Dampf werden in der benachbarten Stärkefabrik genutzt. Das nach Ministeriumsaussage hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungskonzept soll durch ein Nahwärmenetz zur Versorgung von Liegenschaften in der Gemeinde Emlichheim ergänzt werden. Insgesamt werde somit eine Primärenergieausnutzung von etwa 90 % erreicht. Stroh als Nebenprodukt der Landwirtschaft fand bisher keine energetische Verwendung, so das Ministerium weiter. Die innovative Technik des geplanten Bioenergiekraftwerkes werde deshalb dieses Biomassepotenzial erstmalig in größerem Umfang erschließen. Außerdem erhielten damit organische Reststoffe gegenüber nachwachsenden Rohstoffen ein stärkeres Gewicht.