Gute Perspektiven für Bioenergie
Berlin, 14.10.2010. Der Beitrag der Bioenergie zu den Erneuerbaren Energien kann nach Überzeugung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) weiter wachsen. Dies betonte der Verband in seiner Stellungnahme zum Energiekonzept der Bundesregierung. Die Bioenergie soll demnach beim Ausbau erneuerbarer Energien im Sinne des Klimaschutzes und der Versorgungssicherheit einen ambitionierten Beitrag leisten. Nach Einschätzung des DBV müsse der Ausbau der Bioenergie vor allem über Effizienz- und Produktivitätssteigerungen bei Pflanzenschutz, beim Anbau und der Verarbeitung der Biomasse erreicht werden. Auf dieser Basis könne die Bioenergieproduktion aus der Landwirtschaft bis 2020 verdoppelt werden.
In 2010 sind nach DBV-Angaben in Deutschland rund 2,15 Mio. Hektar Ackerfläche mit Energiepflanzen und nachwachsenden Rohstoffen angebaut worden. Bis 2020 könnte die Fläche für den Anbau von Energiepflanzen auf 3 Mio. Hektar ausgedehnt werden, bei weiterhin gesicherter Nahrungsmittelproduktion. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse allerdings die Agrar- und Umweltpolitik vom Ziel einer flächenhaften Extensivierung bzw. Stilllegung der landwirtschaftlichen Flächen Abstand nehmen und auf eine nachhaltige Landwirtschaft setzen. Organische Reststoffe und Nebenprodukte müssten auch zur Entspannung von Nutzungskonkurrenzen stärker genutzt werden. Außerdem sei eine Neuausrichtung der Agrarforschung nötig, die auf Effizienzsteigerung und nachhaltige Produktion setze. Für die Landwirte sei dabei eine nachhaltige Erzeugung der Biomasse selbstverständlich, so der DBV. Dies sei bereits über ein umfangreiches landwirtschaftliches Fachrecht bis hin zum Naturschutzrecht und zum Bundeswaldgesetz sichergestellt. Der Bauernverband warnt vor einem überzogenen Bürokratismus durch eine Ausweitung der Nachhaltigkeitszertifizierung auf die gesamte Bioenergie-Branche. Auch in der EU bestehe bereits ein dichtes Kontrollnetz für Umweltstandards über Cross Compliance. Aus Sicht der deutschen und europäischen Erzeuger sei es daher dringend erforderlich, dass die Cross Compliance Kriterien bei Biomasse-Importen aus Drittländern durchgehend eingehalten werden.