Bauerverband für grünes Wachstum statt „Greening“
Berlin, 18.11.2010. Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert, bei der anstehenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) einen besseren Gleichklang zwischen den Anforderungen einer marktorientierten Landwirtschaft und den öffentlichen Leistungen der Landwirte im Umwelt- und Klimaschutz zu schaffen. In dem Bericht zur EU-Agrarpolitik bis 2020 würden diese beiden Ziele von der EU-Kommission jedoch in einen unnötigen Widerspruch zueinander gestellt, wenn sie von einem zusätzlichen „Greening“ spreche. Die EU-Agrarpolitik berücksichtige bereits heute Markterfordernisse und Umweltgesichtspunkte gleichermaßen.
Die Herausforderungen einer Ernährungssicherung für 500 Millionen EU-Verbraucher, des Klimawandels und einer zukunftsfähigen Energieversorgung lassen sich nach Meinung des Bauernverbandes nur mit einer modernen und effizienten Landwirtschaft meistern. Statt ein solches „grünes Wachstum“ der Landwirtschaft mit Nachdruck zu fördern, verzettele sich die EU-Kommission in Vorschlägen, die zu neuerlichem bürokratischem Aufwand für die Bauern führen würden. Das Eintreten der EU-Kommission für eine starke erste und zweite Säule der GAP wird dagegen vom DBV unterstützt. Eine entkoppelte Flächenprämie als einkommenswirksamer Direktausgleich für die gesellschaftlichen Leistungen der Landwirte und für die höheren Standards im Vergleich zum Weltmarkt bleibe notwendig. Überlegungen zur Einführung von Obergrenzen für Flächenzahlungen lehnt der DBV genauso entschieden ab wie eine Verunsicherung der Nebenerwerbslandwirte durch eine Neudefinition des „aktiven Landwirtes“.