Rekordpreise für Jungbullen
Bonn, 24.11.2010. Der rasante Anstieg der Erzeugerpreise für Jungbullen setzt sich weiter fort. Gegenüber der Vorwoche sind in der letzten vollen Novemberwoche Aufschläge von fünf bis zehn Cent je Kilogramm üblich. Darauf weist die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) hin, nach deren Schätzungen Jungbullen der Handelsklasse R3 aktuell im bundesweiten Schnitt 3,45 bis 3,50 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht kosten. Das sind 40 Cent je Kilogramm mehr als vor einem Jahr. Damit seien die Erzeugerpreise innerhalb weniger Wochen auf das höchste Niveau seit dem Jahrtausendwechsel geklettert.
AMI unterstreicht, dass die kräftige Verteuerung von Jungbullen den deutschen Lebensmitteleinzelhandel verunsichere. Ein gewisser Anstieg der Verbraucherpreise scheine unumgänglich. Es würden teilweise bereits Verkaufsaktionen gedrosselt, teils werde nach Alternativen hin zu anderen Fleischarten oder zu Offerten aus Irland geschaut. Der Wettbewerb um die zur Verfügung stehenden Tiere bleibe weiter hoch, denn die lukrativen Exportgeschäfte von Rindfleisch in die Türkei führten zu einem kleineren Rindfleischaufkommen für den deutschen Markt. Die knappere Versorgungslage könne auch nicht durch günstigere Lieferungen aus Südamerika ausgeglichen werden, so AMI weiter. Spürbar rückläufige Rindfleischimporte aus Argentinien zu deutlich höheren Importpreisen ließen Rindfleisch zu einem begehrten Artikel werden. Zudem komme vom Inlandsmarkt im Hinblick auf das Weihnachtsfest mehr und mehr jahreszeittypische Nachfrageimpulse, so dass die Jungbullenpreise nach Schätzung der AMI in den nächsten Wochen weiter klettern dürften.