Trendwende bei landwirtschaftlichen Einkommen
Berlin, 10.12.2010. Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht bei den landwirtschaftlichen Einkommen nach langer Talfahrt eine Trendwende. Im Wirtschaftsjahr 2009/2010 mussten die Betriebe aber erneut deutliche Verluste hinnehmen. Das Unternehmensergebnis der Haupterwerbsbetriebe ging um 7 Prozent auf durchschnittlich 30.800 Euro zurück, nach einem Minus von knapp 25 Prozent im Jahr zuvor. "In der Land- und Forstwirtschaft haben wir im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2009/10 die Finanz- und Wirtschaftskrise voll gespürt. Das Unternehmensergebnis ist auf 22.000 Euro je Familienarbeitskraft gesunken, so dass ein Landwirt monatlich im Durchschnitt 1.830 Euro brutto verdiente“, stellte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, bei der Vorstellung des Situationsberichtes fest.
Die größten Einbußen erlitten 2009/2010 die Ackerbaubetriebe. Deren Unternehmensergebnis sank um mehr als ein Fünftel auf 32.200 Euro. Die Milchviehbetriebe verzeichneten nach dem Einbruch 2008/2009 eine leichte Einkommensverbesserung auf 30.300 Euro je Unternehmen. Die Veredlungsbetriebe mussten nach den guten Ergebnissen im Vorjahr nunmehr einen Rückgang um 11 % auf durchschnittlich 41.500 Euro hinnehmen. Das Unternehmensergebnis im Mittel aller Betriebsformen liege unter dem mehrjährigen Durchschnitt der zurückliegenden Jahre. Dies gelte auch für die Milchviehbetriebe, nicht aber für die Veredlung. Der Anteil der Direktzahlungen an den Unternehmensergebnissen habe 2009/2010 bei 67 % gelegen. Für 2010/11 Jahr geht der DBV von einem Zuwachs im niedrigen zweistelligen Bereich aus. Die guten wirtschaftlichen Aussichten würden sich nicht zuletzt in einer gestiegenen Investitionsbereitschaft der Landwirte niederschlagen. Die Erzeugerpreise hätten sich inzwischen auf nahezu allen Agrarmärkten spürbar verbessert. Das Anspringen der Konjunktur weltweit sorge aktuell für eine wachsende Nachfrage nach Agrarprodukten, insbesondere nach höherwertigen Lebensmitteln wie Fleisch, Milchprodukte, Obst und Gemüse. Vor allem die wirtschaftliche Situation der Milchbauern werde sich aufgrund der festeren Preise weiter entspannen, so der DBV. Mit einem Milcherzeugerpreis von 32,6 Cent/kg im Bundesdurchschnitt sei im Oktober 2010 das Niveau von vor einem Jahr um fast 10 Prozent übertroffen worden. Weniger optimistisch äußerte sich der DBV zu den Aussichten der Schweinehalter. Bei ihnen wirkten sich steigende Betriebsmittelkosten für Futtermittel und Energie, aber auch für Dünger besonders aus.