Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2011 Landwirtschaftlicher Erlösanteil bei Nahrungsmitteln sinkt

Landwirtschaftlicher Erlösanteil bei Nahrungsmitteln sinkt

Berlin, 27.12.2010. Der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel an den gesamten Konsumausgaben nimmt seit Jahren ab. Im Jahr 2009 gaben die privaten Haushalte in Deutschland nur noch 11,2 % ihrer Konsumausgaben für Nahrungsmittel und 3,2 % für Genussmittel wie alkoholische Getränke und Tabakwaren aus. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilt, liegt der Grund für den langfristigen Rückgang des Anteils der Nahrungsmittelausgaben in den Einkommenssteigerungen und im unterdurchschnittlichen Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Der höhere Lebensstandard komme besonders in zunehmenden Ausgaben für Wohnen, Freizeitaktivitäten und Gesundheitspflege zum Ausdruck.


Sortieren von Kartoffeln auf dem Roder
Sortieren von Kartoffeln auf dem Roder

Wie der DBV weiter berichtet, erhält der Landwirt von einem Euro Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel heute nur noch 21 Cent. Der Anteil der landwirtschaftlichen Verkaufserlöse an den Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel (inländischer Herkunft) lag 2009/10 bei 21,0 %. Anfang der 70er Jahre lag der entsprechende Anteil mit 47,5 % fast doppelt so hoch. Demzufolge wirke sich der rückläufige Trend der Erzeugerpreise in einem ständig geringer werdenden Anteil an den Nahrungsmittelausgaben aus. Bei Milch- und Milcherzeugnissen betrage der Anteil 34,4 %. Bei Fleisch- und Fleischwaren sei der Anteil mittlerweile auf 20,4 % gesunken. Am niedrigsten sei der Erlösanteil nach wie vor bei Brotgetreide und Brotgetreideerzeugnissen mit 4,0 %. Seit 1950 seien die Löhne um das zwanzigfache, die Brotpreise um knapp das neunfache gestiegen und die Getreidepreise deutlich zurückgegangen. Von 1950 bis 2009 habe sich der Nettostundenverdienst eines Industriearbeiters verzwanzigfacht. Da die Brotpreise nur um das neunfache gestiegen seien, konnte sich der Industriearbeiter für seinen Stundenlohn 2008 mehr als doppelt soviel Brot (5,4 kg) kaufen wie noch vor etwa 60 Jahren. Der Weizenerzeugerpreis dagegen lag 2009 um ein Drittel unter dem Niveau von 1950; bezogen auf das Endprodukt erlöst der Landwirt nur 5 bis 6 Prozent. Demgegenüber waren es 1950 entsprechend noch zwei Drittel des Brotpreises. Wären die Weizenpreise seit 1950 genauso stark gestiegen wie die Inflationsrate, dann hätten die Erzeuger für einen Doppelzentner Weizen in 2009 etwa 81 Euro je Doppelzentner erlösen können, so der DBV.

 

Trendwende bei landwirtschaftlichen Einkommen

Berlin, 10.12.2010. Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht bei den landwirtschaftlichen Einkommen nach langer Talfahrt eine Trendwende. Im Wirtschaftsjahr 2009/2010 mussten die Betriebe aber erneut deutliche Verluste hinnehmen. Das Unternehmensergebnis der Haupterwerbsbetriebe ging um 7 Prozent auf durchschnittlich 30.800 Euro zurück, nach einem Minus von knapp 25 Prozent im Jahr zuvor. "In der Land- und Forstwirtschaft haben wir im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2009/10 die Finanz- und Wirtschaftskrise voll gespürt. Das Unternehmensergebnis ist auf 22.000 Euro je Familienarbeitskraft gesunken, so dass ein Landwirt monatlich im Durchschnitt 1.830 Euro brutto verdiente“, stellte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, bei der Vorstellung des Situationsberichtes fest.

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