Kartoffelverarbeiter fürchten um Rohstoffe
Bonn, 21.12.2010. Der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) befürchtet weiter eine schwindende Rohwareverfügbarkeit aus der Kartoffelernte 2010. Die Erntemenge mit 9,8 Mio. t in Deutschland und ca. 40,6 Mio. t in den EU-15 Staaten sei vergleichbar mit dem äußerst schwierigen Jahr 2006. Gegenüber dem Vorjahr bedeuteten diese Mengen einen Rückgang um ca. 16 % in Deutschland und ca. 11 % in der EU-15.
Darüber hinaus schätzten Experten, dass in Deutschland, Belgien und in den Niederlanden insgesamt ca. 10.000 ha nicht geerntet werden konnten und nach dem Frost nun endgültig verloren seien. Diese Zahlen seien bei den genannten Mengen noch nicht berücksichtigt. Einige Wochen nach der Einlagerung habe sich die Situation in vielen Lagerhäusern dramatisch verschlechtert, so führende Verarbeiter der Branche. Immer mehr Partien zeigten Fäulnisbelastung in Folge der widrigen Wachstumsbedingungen und der zu nassen Ernte. Es werde kaum möglich sein, alle befallenen Partien zu verarbeiten, so dass hier weitere Verluste drohten, so der BOGK. Erschwerend komme hinzu, dass die Produktausbeuten aufgrund der Qualitätsprobleme drastisch gesunken seien und dadurch ein noch höherer Kartoffelbedarf bestehe. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass international, insbesondere in Russland, ein hoher Importbedarf von Kartoffeln aufgrund der dortigen schlechten Ernten bestehe. So müsse von einer weiteren drastischen Reduzierung der verfügbaren Gesamtkartoffelmenge ausgegangen werden. Eine durchgehende Versorgung bis zum Anschluss an die neue Ernte sei daher aus heutiger Sicht extrem gefährdet.