Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2011 Vergärung von Getreidekorn

Vergärung von Getreidekorn

Gülzow, 03.01.2011. Getreidekorn bietet als Biogassubstrat verschiedene Vorteile gegenüber Getreidesilage oder anderen Energiepflanzensilagen. Darauf weist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) hin und führt die guten Lager- und Transporteigenschaften, hohe Biogaserträge sowie geringe Verweilzeiten an. Bisherige Versuche zur Monovergärung mit Getreidekorn hätten jedoch erhebliche Prozessinhibierungen gezeigt, deren Ursachen bislang nicht geklärt waren.


Getreide als Biogassubstrat
Getreide als Biogassubstrat

In einem von 2007 bis 2010 durchgeführten Projekt untersuchten Forscher der Hochschule Anhalt zusammen mit dem Praxispartner Biotechnologie Nordhausen GmbH (BTN) dieses Phänomen und suchten nach Lösungen.
Ursächlich für die Prozesshemmungen sind, so das Ergebnis der Forschungsarbeiten, aromatische Zwischenprodukte, die durch die Verstoffwechselung von Aminosäuren aus den Proteinen des Getreidekorns entstünden. Besonders das Abbauprodukt Phenylessigsäure aus der Aminosäure Phenylalanin wurde noch vor den Fettsäuren in deutlich nachweisbaren Konzentrationen gefunden und sei deshalb als Indikator zur frühzeitigen Erkennung einsetzender Prozessstörungen geeignet. Phenylessigsäure hemme den Stoffwechsel der methanogenen Bakterien, so dass die gebildeten Säuren nicht in Biogas umgesetzt würden. Als praktikabler Lösungsansatz stellte sich in den bei BTN in Laborfermentern durchgeführten Versuchen eine zweistufige Verfahrensführung mit mesophiler Hydrolyse und mesophiler Methanisierung heraus. Eine zweite Option, Prozesshemmungen zu vermeiden, sei die Kofermentation mit Gülle, wobei der Gülleanteil mindestens 30 Prozent betragen sollte. Das Forschungsprojekt wurde vom Bundeslandwirtschaftministerium über die FNR als Projektträger gefördert.

 

Strom und Wärme aus Stroh

Berlin, 21.09.2010. Das Bundesumweltministerium (BMU) stellt 5 Mio. Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm für ein Pilotprojekt der BEKW Bioenergiekraftwerk Emsland in Emlichheim (Niedersachsen) zur Verfügung. Das Unternehmen plant die Errichtung eines strohbefeuerten Heizkraftwerkes. Das Stroh komme dabei ausschließlich aus dem regionalen Getreideanbau. Mit der neuen Anlage könnten CO2-Emissionen in Höhe von rund 89.500 t pro Jahr vermieden werden, so das BMU.

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