Vorkontrakte zur Risikoabsicherung
Bonn, 11.01.2011. Die Aussichten am Getreidemarkt sind für die Landwirte auch 2011 freundlich. Zu diesem Ergebnis kommt der Präsident des Bundesverbands der agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), Bruno Fehse. „Wir rechnen in den kommenden Monaten mit einem zunehmenden Wettbewerb. Aus unserer Sicht haben viele Mühlen- und Mischfutterhersteller noch Lücken in ihrer Rohstoffdeckung, die nun zu füllen sind“. Vor allem hochwertiger Weizen dürfte dabei gefragt sein. Weiterhin herrsche Uneinigkeit darüber, wie viel Weizen hierzulande tatsächlich noch in Produzentenhand liege und für den freien Markt verfügbar sei, so Fehse. Aufgrund der extremen Witterungsverhältnisse des letzten Jahres hätten die Vermarkter weniger qualitativ hochwertige Ware als in den Vorjahren liegen.
Bei Futtergetreide werde sich das Angebot weiter einengen, zumal bereits viel Getreide ins Ausland abgeflossen sei. Dazu Fehse: „Bei Futtergerste haben wir seit langer Zeit einen starken Drittlandsexport, was vor allem auf die stark eingeschränkte Lieferfähigkeit der Konkurrenz aus der Schwarzmeerregion zurückgeführt werden kann“. Vom Weltmarkt könnten ebenfalls preisstützende Signale kommen, da die globale Versorgungsbilanz sowohl bei Weizen als auch bei Mais vergleichsweise eng ausfalle. Bestätigten sich die Hinweise auf gravierende Qualitätseinbußen in Australien, spreche zumindest bei Weizen vieles für feste Preise. Für die Ernte 2011 erwartet der BVA-Präsident dennoch ein etwas niedrigeres Preisniveau als Ende 2010. „Wir raten den Landwirten, bei diesen jetzt angebotenen Preisen für die Ernte Teilmengen abzusichern. Die Kurse liegen auf einem guten Niveau und sollten genutzt werden. Die Zurückhaltung der Landwirte hinsichtlich des Abschlusses von Lieferverträgen für Qualitätsweizen für die Ernte 2011 können wir nach den Erfahrungen, die Erfassungshandel und Landwirte mit der Ernte 2010 machen mussten, verstehen“. Die Lehren daraus sollten jedoch nicht sein, keine Vorverträge für Brotweizen mit dem Handel abzuschließen. Das Risiko bleibe besser beherrschbar, wenn man die Getreidevermarktung über vier bis fünf Etappen verteile. Vorkontrakte seien und blieben ein wichtiges Instrument der betrieblichen Absicherung, betonte BVA-Präsident Fehse.