Bauernverband kritisiert Pläne zu Tierschutz
Berlin, 10.02.2010. „Wir verwehren uns gegen eine populistische Tierschutzdebatte, wie sie jetzt von Ministerin Aigner losgetreten wird, ohne Rücksicht auf die fatalen Folgen für die deutschen Bauernfamilien“. Das erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, in einer ersten Reaktion auf die Ankündigung von Ministerin Aigner, im nationalen Alleingang eine Charta für Tierschutz durchzusetzen.
Wenn heute der Selbstversorgungsgrad bei Eiern in Deutschland auf 50 Prozent sinke, dann liege das daran, dass Deutschland bisher nicht in der Lage war, hohe Tierschutzstandards dort durchzusetzen, wo es wirklich erfolgreich möglich sei, nämlich auf europäischer Ebene und in den internationalen Handelsabkommen. Es nütze den Hühnern nichts, wenn hier auf Bodenhaltung gesetzt werde, die Eiprodukte für Kuchen, Pizza und alle Fertiggerichte aber von Hennen stammten, die weiterhin in den alten, hier längst abgeschafften Käfigen säßen, so in Mittel- und Osteuropa, Brasilien und Thailand.
Die gemeinsam mit dem Tierschutz entwickelte Kleingruppe habe im Übrigen erhebliche Vorteile, sowohl im Tierschutz wie im Gesundheitsschutz, so Sonnleitner weiter. Seiner Meinung nach verrenne sich die Bundesministerin völlig, zumal sie auch die Abkehr von der Ferkelkastration völlig durcheinander bringe durch die Forderung nach einer für die Ferkel lebensgefährlichen Betäubungsstrategie. Schließlich würden Millionen von Pferdeliebhabern in Deutschland nicht verstehen, wieso ein historisch gewachsenes Kulturgut wie der Pferdebrand durch ein nicht ausgereiftes und für die Tiere schmerzhaftes Implantat eines elektronischen Chips ersetzt werden soll. Markenzeichen für weltweit führende Zuchtorganisationen wie für die Holsteiner, Hannoveraner, Westfalen und Trakehner würden opportunistisch und wider besseres Wissen dem Zeitgeist geopfert.