Aigner für Anpassung der Biogasförderung
Berlin, 17.02.2011. Die Auswirkungen der Biogasproduktion auf die Umwelt und eine Neuregelung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) standen im Mittelpunkt einer Konferenz des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). "Die derzeitigen Förderbedingungen führen regional zu einem vermehrten Mais-Anbau für die Energie-Erzeugung. Mit Blick auf die dadurch wachsenden Konflikte müssen wir nachsteuern", sagte Ministerin Ilse Aigner zum Auftakt der Veranstaltung.
Deutschlandweit hat sich laut BMELV der Anteil an Energiemais zwischen den Jahren 2008 und 2009 um 21 % erhöht. Zwischen 2009 und 2010 stieg der Anteil um weitere 40 %. Im Jahr 2010 betrug die Energiemais-Anbaufläche in Deutschland rund 530.000 Hektar. Da die Maisanbaufläche insgesamt in Deutschland kaum gestiegen sei, habe es innerhalb der Verwendung eine Verschiebung Richtung Energiemais gegeben. An viehdichten Standorten treibe dieser Trend die Pachtpreise in die Höhe. Laut einer Studie der Universität Göttingen lagen die Unterschiede der Pachtpreise für Ackerland bei Betrieben mit und ohne Biogas in Niedersachen je nach Region zwischen 30 Euro und 177 Euro. Damit liege der durchschnittliche Anstieg der Pachtpreise in Veredlungsregionen signifikant höher als in anderen Regionen. Die Konferenz diskutierte die Verminderung von Flächennutzungskonkurrenzen durch eine vermehrte Reststoff-Verwertung und die Effizienz der Biogasproduktion durch Kraft-Wärme-Kopplung. Grundlage einer Überarbeitung des geltenden Rechts soll der Erfahrungsbericht der Bundesregierung sein, der voraussichtlich im Mai 2011 vom Kabinett verabschiedet wird. Betreiber von Neuanlagen, die Biomasse nach dem EEG verstromen, müssen sich laut BMELV ab 2012 auf eine Anpassung der Vergütungsregelungen einstellen.