Diskussion um E10-Einführung
Berlin, 03.03.2011. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner und der Vorsitzende des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft, Norbert Schindler betonen in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass E10 eine sinnvolle politische Entscheidung sei. Die Klimaschutzziele der EU könnten demnach ohne Biokraftstoffe nicht erreicht werden und die aktuellen weltpolitischen Ereignisse zeigten, wie wichtig eine größere Unabhängigkeit von Erdölimporten für unsere Wirtschaft sei.
Dass viele Autofahrer nicht wüssten, ob ein Auto E10 vertrage, sei nicht verwunderlich. Der Verweis auf die nur im Internet verfügbare E10-Verträglichkeitsliste der Deutschen Automobil Treuhand DAT sei für die Verbraucherinformation völlig unzureichend. An jeder Tankstelle sollte die E10-Verträglichkeitsliste der DAT ausgelegt werden. Als durchschaubar bezeichnen beide, dass die Verunsicherung der Verbraucher von Autogegnern wie dem BUND-Vorsitzenden Weiger missbraucht werde, um Stimmung gegen Biokraftstoffe und die Landwirtschaft zu machen. „Jetzt soll den deutschen Bauern wegen Biokraftstoffen auch noch die Rodung von Regenwald angelastet werden“, kritisiert Sonnleitner. Völlig unter den Tisch falle, dass seit dem 1. Januar 2011 die weltweit einzige gesetzliche Nachhaltigkeitsregelung für Biokraftstoffe gelte. „E10 leistet einen wichtigen Beitrag für mehr Klimaschutz im Straßenverkehr und verringert die Importabhängigkeit unserer Energieversorgung. Die Erzeugung von Biokraftstoffen ist außerdem ein wichtiger Wirtschaftszweig, gerade für die Landwirtschaft und für strukturschwache Regionen“, so Sonnleitner und Schindler. Die Klimaschutzleistung von Bioethanol dürfe nicht kleingeredet werden, betont Schindler. Bioethanol aus deutscher Produktion verursache vom Acker bis in den Tank schon heute nur halb so viel CO2 wie Benzin, mittelfristig seien durch technologische Verbesserungen 70 % Treibhausgaseinsparung möglich. In Deutschland würden jedes Jahr 20 Mio. t Benzin verbraucht. Bei flächendeckender Verwendung von E10 könnten also bis zu 2 Mio. t Tonnen Benzin im Jahr gespart werden. Das bedeute eine Vermeidung von über 2 Mio. t CO2. Für Bioethanol zur E10-Beimischung würden keine Wälder abgeholzt oder Torfmoore trockengelegt, vielmehr gelten in der EU strenge Nachhaltigkeitsvorschriften, für europäisches Bioethanol ebenso wie für Importware.