Kartoffelmarkt auf festerem Boden
Bonn, 10.03.2011. Anfang März war der Markt für Speise- und Verarbeitungskartoffeln sehr ruhig. Er bekommt insgesamt aber einen festen Unterton. Darauf verweist die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) und begründet diese Entwicklung durch den Preisaufschlag für qualitativ gute Speiseware aus Lagerbeständen. Auch beim Export würden sich wieder mehr Marktbeteiligte zuversichtlich zeigen.
Dazu trage auch die aufgehobene witterungsbedingte Barriere in der Ostsee vor Sankt Petersburg bei. Frühkartoffeln aus dem Mittelmeerraum würden zwar am russischen Markt in Konkurrenz zur deutschen Ware auftreten, der Preisabstand sei je nach Sorte aber groß. Bei Frittenkartoffeln zeigten die europäischen Notierungen einen Stillstand des rückläufigen Trends während der ersten beiden Februar- Dekaden. Vereinzelt gewannen Preisspannen an der Obergrenze sogar schon wieder etwas, so AMI weiter.
Erwartungsgemäß sei im Südwesten Deutschlands die folienverfrühte Frühkartoffelfläche zügig bestellt worden. Angesichts der sehr kalten Nächte habe das Wachstum aber bisher kaum begonnen, Wurzeln bildeten die Kartoffeln erst ab 4 °C. Die Fröste hatten zunächst das Pflanzen vorgekeimter Freilandware unmöglich gemacht. Angesichts der Wetterprognose werde hier aber zügig nachgearbeitet. In Nordrhein-Westfalen sei witterungsbedingt selbst das Folienareal nur zögerlich bestellt worden. Auch hier werde einiges nachgeholt. In Niedersachsen mussten sich die Erzeuger besonders in Geduld üben. Selbst an Tagen mit Höchstwerten von fast
10 °C habe im Untergrund immer noch Frost geherrscht. Die AMI rechnet damit, dass dort das folienverfrühte Areal eine Woche später in die Erde kommen werde als im Südwesten.