Knappe Rohstoffverfügbarkeit treibt Futtermittelpreise
Berlin/Bonn, 30.03.2011. Die festen Rohstoffmärkte und die Entwicklung der landwirtschaftlichen Tierhaltung haben der deutschen Futtermittelwirtschaft im Jahr 2010 Zuwächse bei Absatz und Umsatz gebracht. Der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) beziffert den Umsatz der Branche in Deutschland auf etwa 6,7 Mrd. Euro, 8 Prozent mehr als 2009. Der Umsatzanstieg sei zu gleichen Teilen durch Preissteigerungen und durch einen Zuwachs der Absatzmengen entstanden. Schwache Getreideernten sowie eine nach der Weltwirtschaftskrise wiederbelebte Rohstoffnachfrage hätten den Preisanstieg vor allem in der zweiten Jahreshälfte forciert.
Die Herstellung von Mischfutter legte laut DVT um 4,2 Prozent auf 21,8 Mio. t zu. Stärkstes Segment mit 9,3 Mio. t bleibe das Schweinemischfutter, dessen Absatzplus der gewachsenen Zahl der Mastplätze geschuldet war. Mit der Konsolidierung im Milchmarkt habe auch der Rinderfutterabsatz wieder zum Niveau der zurückliegenden Jahre aufgeschlossen. Den Tiefpunkt durchschritten hat nach DVT-Meldung der Legehennenfuttermarkt. Nach der Zäsur bei den Haltungssystemen 2009 und den langjährigen Rückgängen habe dieser Bereich wieder einen Wachstumssprung verzeichnen können. Der expansivste Bereich bleibe die Sparte Mastgeflügelfutter, weil der Boom beim Geflügelfleisch sich weiter fortsetzte. „Ungeachtet des Wachstums bleiben das Umfeld der Futtermittel- und Getreidemärkte eine Herausforderung für unser Risikomanagement“, bewertet DVT-Präsident Helmut Wulf die Aussichten für das Jahr 2011. Die Kurssprünge in den zurückliegenden Tagen und Wochen ließen fundamentale Unsicherheit bei allen Marktteilnehmern erkennen. Für das laufende Jahr sieht der Verband weiter steigende, von der Rohstoffseite getriebene Umsätze. Den aktuellen Vorzeichen auf den tierischen Veredlungsmärkten folgend geht die Branche von stabilen bis leicht steigenden Absatzmengen aus.