Mehr Transparenz auf den Agrarmärkten
Berlin, 13.04.2011. Vor dem Hintergrund weltweit steigender Rohstoffpreise hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner mehr Transparenz auf den Agrarmärkten gefordert, um die Auswirkungen von Spekulation zu begrenzen. "Wir brauchen eine Stärkung der Funktionsfähigkeit der Agrarmärkte und die Verbesserung von Markttransparenz und Marktinformation. Und wir müssen uns auf internationaler Ebene gemeinsam gegen Missbrauch und Manipulation von Preisen einsetzen", erklärte Aigner. Sie unterstütze die Initiative Frankreichs, im Rahmen der G20 zur Verbesserung der weltweiten Ernährungslage und zur Eingrenzung extremer Preisschwankungen einen entsprechenden Aktionsplan zu verabschieden.
Es sei nur in eng abgestimmter, internationaler Zusammenarbeit möglich, übermäßige Spekulation mit Agrarrohstoffen einzuschränken, so die Ministerin weiter. "Die Herausforderung besteht darin, die kapitalmarktgesteuerten Spekulationen so zu begrenzen, dass die Stabilisierungseffekte der Warenterminbörsen erhalten bleiben. Denn Landwirte und Ernährungswirtschaft brauchen weiterhin die Möglichkeit, ihre Preise über die Terminbörsen abzusichern." Oberstes Gebot sei mehr Transparenz. Es müsse für alle Seiten erkennbar sein, welche Gruppen sich auf dem Rohstoff-Finanzmarkt betätigten und wer Waren kaufe. Aigner spricht sich für regelmäßige Berichtspflichten für die Warenterminbörsen aus, wie sie in den USA längst üblich seien. Eine weitere Herausforderung bestehe darin, Überreaktionen zu dämpfen und eine Manipulation der Preise zu verhindern. Für erwägenswert sind für Aigner Positionslimits und Preislimits zur Begrenzung täglicher Schwankungen, die bereits bei einigen Kontrakten für bestimmte Akteure existierten. Denkbar wären ihrer Meinung nach auch realistische Grenzen für die täglichen Preisschwankungen bei bestimmten Produkten wie Getreide oder Soja an Warenterminbörsen. Würden diese Limits überschritten, könnten automatisch die Aufsichtsbehörden einschreiten und entscheiden, ob sie den Handel vorübergehend aussetzten.