Heimische Biomasseproduktion bis 2050
Gülzow, 28.04.2011. Bis 2050 könnten 23 Prozent der Primärenergie aus heimischer Biomasse kommen. Das stellt ein Energieszenario der Bundesregierung in Verbindung mit Potenzialzahlen des Bundesumweltministeriums und Berechnungen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) heraus. Ausgehend von der bis zum Jahr 2050 angestrebten Halbierung des deutschen Primärenergiebedarfs gegenüber dem Bezugsjahr 2008 von rund 14.000 auf 7.000 Petajoule (PJ) könnten knapp 2.200 PJ davon aus Biomasse bestehen. Davon wiederum könnten 1.640 PJ aus einheimischen Quellen kommen. Die restlichen knapp 600 PJ Biomasse müssten dementsprechend importiert werden.
Energiepflanzen stellen das größte einheimische Biomassepotenzial dar, 2050 könnten sie hierzulande unter Berücksichtigung naturschutzfachlicher Restriktionen auf bis zu 4 Mio. Hektar (heute: 1,8 Mio. Hektar) wachsen. Unter der Annahme eines Biomasseertrages von 10 Tonnen pro Hektar (bei 100 % Trockenmasse, Wassergehalt 0 %) und eines Brennwertes von 18,5 Gigajoule (GJ) pro Tonne ließen sich so auf einem Hektar 185 GJ und auf 4 Mio. Hektar 740 PJ erzeugen. Voraussetzung hierfür seien nach FNR-Meldung hohe Erträge und effiziente Umwandlungsverfahren. Schließlich seien verschiedene Reststoffe, Koppelprodukte und Energieholz aus dem Wald verwertbar. Insgesamt ergebe sich daraus ein einheimisches Bioenergiepotenzial von rund 1.640 PJ. Voraussetzung für dieses Szenario seien zwei weitere Annahmen: Der heutige Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln bleibt konstant und die Anteile von Nahrungs- und Futtermittelim- und -exporten verändern sich nicht wesentlich. Außerdem müsste sich die sogenannte Kaskadennutzung durchsetzen, d.h. aus nachwachsenden Rohstoffen, die zunächst chemisch-technisch genutzt wurden, gewinnt man am Ende ihres Lebenszyklus Energie.