Aigner fordert mehr Wertschätzung für Lebensmittel
Düsseldorf, 16.05.2011. Vor dem Hintergrund steigender Wegwerfraten hat Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner mehr Wertschätzung im Umgang mit Lebensmitteln gefordert. "In Deutschland und den großen Industrienationen werden Lebensmittel in einer Dimension verschwendet, die wir moralisch und ökologisch nicht länger vertreten können. Es ist höchste Zeit für ein Umdenken. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen den Wert von Lebensmitteln in den Mittelpunkt rücken.
Jeder kann einen Beitrag dazu leisten, die alltägliche Verschwendung zu stoppen", sagte Aigner anlässlich der Eröffnung des internationalen Fachkongresses "Save Food". Ihr Ministerium werde Ende 2011 eine nationale Wegwerf-Studie vorlegen, die die Situation in Deutschland erstmals genauer untersucht und mögliche Lösungsansätze entwickelt.
Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) werden in den Industriestaaten jährlich mehr als 220 Mio. t Essen weggeworfen. In Deutschland wanderten jedes Jahr vermutlich mehr als 20 Mio. t Tonnen Lebensmittel in den Abfall. Selbst nach weitaus vorsichtigeren Schätzungen landen pro Jahr mindestens 170.000 Lastwagen-Ladungen mit Lebensmitteln auf dem Müll – darunter auffallend viele verpackte Nahrungsmittel, die noch ungeöffnet sind. Vermeidbare Abfälle entstünden überall entlang der Wertschöpfungskette: von der landwirtschaftlichen Erzeugung über die Lebensmittelverarbeitung und den Handel bis hin zu den privaten Haushalten und der Gastronomie. "Wir brauchen intelligente Modelle für eine Kreislaufwirtschaft, die alle Akteure einbinden: den Verbraucher, den Handel, die Energiewirtschaft und die Landwirtschaft. Wir können uns das Wegwerfen von Lebensmitteln schlicht nicht mehr leisten", so die Ministerin.