Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2011 Hohe Teuerung frischer Nahrungsmittel

Hohe Teuerung frischer Nahrungsmittel

Bonn, 25.05.2011. Seit über einem Jahr liegt die Teuerungsrate bei frischen Nahrungsmitteln über drei Prozent. Das berichtet die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Auch im laufenden Monat sorgten vor allem Preiserhöhungen für Milchprodukte dafür, dass der vorläufige Index wie schon im Mai 2010 deutlich über der Marke von drei Prozent blieb. Insgesamt verteuerten sich Milchprodukte (inkl. Käse) im Mai gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent. Damit folgt die Entwicklung auf Verbraucherebene den Milcherzeugerpreisen, die in den letzten Monaten ebenfalls gestiegen sind, erklärt AMI. Den höchsten Preisanstieg im Vorjahresvergleich aller Warengruppen wiesen die Kartoffeln auf (+14,5 %). Seit dem Beginn der Frühkartoffelkampagne 2010 sei das Kartoffelangebot eher knapp. Folglich zog das Preisniveau an und übersteige seitdem das Vorjahresniveau deutlich.


Kartoffel mit höchstem Preisanstieg im Vorjahresvergleich
Kartoffel mit höchstem Preisanstieg im Vorjahresvergleich

Der Lebensmitteleinzelhandel erhöhte die Preise für Geflügelfleisch binnen Monatsfrist um 2,6 Prozent und gab damit höhere Einkaufspreise an die Endverbraucher weiter. Rindfleisch verharrte auf dem höheren Niveau, dass um den Jahreswechsel infolge guter Absatzmöglichkeiten im Ausland realisiert werden konnte, so AMI. Dagegen zeigten sich Schweinefleisch und Fleischwaren/Wurst weitgehend unbeeindruckt von den Preisschwankungen auf Erzeugerstufe. Die Obstnachfrage werde immer noch stark durch gestiegene Apfelpreise infolge der kleineren Ernte 2010/11 gebremst. Auch die Bananenzufuhren aus Lateinamerika stockten in den ersten Monaten des Jahres 2011 und verteuerten das verfügbare Angebot um 7 Prozent. Dagegen wirke die frühzeitige und bislang reichliche Erdbeerernte in Richtung niedrigerer Preise. Insgesamt bleibe es gegenüber dem Vorjahr bei Frischobst bei einem leichten Preisauftrieb von gut 3 Prozent.

 

Bauernverband verteidigt Nahrungsmittelpreise

Berlin, 07.04.2011. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Gerd Sonnleitner widerspricht Behauptungen, Lebensmittel würden durch Biokraftstoffe deutlich teurer: „Wir Bauern können uns über die schräge E10-Debatte nur die Augen reiben. Da setzen wir 2 bis 5 Prozent unserer Produktion für Biokraftstoffe ein, um die Abhängigkeit der deutschen Autofahrer von Gaddafi und anderen Öldespoten zu vermindern und gleichzeitig etwas für den Klimaschutz zu tun, dann wird diese völlig unsachlich kritisiert. Da kommen wir nach Jahrzehnten endlich aus der Tretmühle sinkender Milch-, Getreide- und Fleischpreise heraus, dann wird daraus eine ‚Verknappung für die Welternährung’“. Tatsächlich aber werde neuerdings sogar mit Nachhaltigkeitszertifikaten nachgewiesen, dass Biokraftstoff keinen Wald verdrängt. Außerdem lieferten Biokraftstoffe als Koppelprodukt Eiweißfuttermittel, die ansonsten aus Übersee importiert werden müssten.

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