Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2011 Agrarwirtschaft für Stärkung der Warenterminmärkte

Agrarwirtschaft für Stärkung der Warenterminmärkte

Berlin, 23.06.2011. „Warentermingeschäfte sind für die Agrar- und Ernährungswirtschaft ein wichtiges Instrument zur Preisfindung auf volatilen Agrarmärkten und zur Absicherung von Preisschwankungen bei Agrarrohstoffen“. Das erklärten der Deutsche Bauernverband (DBV), der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) angesichts der Verabschiedung eines Aktionsplans zur Verbesserung der weltweiten Ernährungslage und zur Eingrenzung starker Preisschwankungen durch die Agrarminister der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer.


Warentermingeschäfte als wichtiges Instrument zur Preisfindung
Warentermingeschäfte als wichtiges Instrument zur Preisfindung

Die EU-Agrarreformen der letzten 20 Jahre hätten dazu geführt, dass Preisschwankungen von den internationalen Rohstoffmärkten voll auf die EU-Preise für Agrarrohstoffe durchschlagen. Das aktuell relativ hohe Weltmarktpreisniveau sei auf eine insgesamt eher knappe Versorgungssituation aufgrund wachsender Weltbevölkerung und wachsenden Wohlstandes in Ländern wie China, Indien und anderen aufstrebenden Entwicklungs- und Schwellenländern zurückzuführen. In dieser Situation habe die Öffnung und Liberalisierung der europäischen Agrarmärkte zu mehr Risiko und Unsicherheit für die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft geführt. Die Unternehmen seien deshalb auf funktionsfähige Instrumente für das Risikomanagement angewiesen. Warentermingeschäfte böten den Landwirten, Händlern und Verarbeitern eine gute Möglichkeit, Rohstoffpreisschwankungen abzusichern und damit auch für stabile Verbraucherpreise Sorge zu tragen. Dieses Instrument funktioniere allerdings nur, wenn genügend Liquidität und Marktteilnehmer, sowohl branchennahe Akteure als auch spekulative Anleger, im Markt seien. Aus Sicht von DBV, DRV und BVE müssten Termingeschäfte als Absicherungsinstrument für die Agrar- und Ernährungswirtschaft in ihrer Funktionsweise und Leistungsfähigkeit unbedingt gestärkt werden. Die Verbände begrüßten deshalb die Zielstellung der G20-Agrarminister, das Handelsgeschehen an den Rohstoffmärkten transparenter zu machen. Maßnahmen, die das Engagement auf den Warenterminmärkten einschränkten, beurteile die Agrar- und Ernährungswirtschaft dagegen sehr kritisch, da sie zu weniger Liquidität führten und damit das Funktionieren der Terminmärkte in Frage stellten.

 

Diskussion um Warentermingeschäfte

Berlin, 27.05.2011. Warentermingeschäfte mit Agrarrohstoffen werden derzeit intensiv diskutiert. Die Europäische Kommission arbeitet bereits an Regulierungsvorschlägen, mit denen eine größere Markttransparenz geschaffen und strengere Kontrollen umgesetzt werden sollen. Nach Ansicht von Dr. Reimer Mohr, Hanse Agro Unternehmensberatung, der im Auftrag der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) die Rolle der Warenterminbörsen analysiert hat, sind Forderungen nach einer Beschränkung von Warentermingeschäften aber nicht vertretbar.

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