Grünes Wachstum ist mehr als Greening
Brüssel, 21.07.2011. „Das Greening bei der Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik ab 2014 ist eigentlich nichts Neues“, erklärte Gerd Sonnleitner in seiner Funktion als derzeitiger Präsident des europäischen Bauernverbandes COPA. Bei allen vier zurückliegenden Reformen der Gemeinsamen Agrarpolitik habe der Akzent immer auf einer Verschärfung von Umwelt- und Naturschutzvorschriften gelegen, so dass die europäischen Landwirte heute die weltweit strengsten Umweltstandards erfüllten. Die Landwirte in der EU wüssten, dass sie in der Gesellschaft und am Markt nur eine Chance hätten, wenn sie nachhaltig Landwirtschaft betreiben würden.
Angesichts der weltweiten Nachfrage nach Lebensmitteln und des Hungers auf der Welt komme es für den europäischen Bauernverband jedoch darauf an, dass dabei die Produktionskapazitäten in Europa erhalten und der Trend einer Verlangsamung des Produktivitätswachstums umgekehrt werde. Eine Verlangsamung des Wachstums der Produktivität sowie Mehrkosten für die Bauern in der EU durch das Greening seien nicht hinnehmbar. Sonnleitner forderte deshalb von der EU-Kommission „bessere, ideenreichere, innovativere Wege zu einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Erzeugung von Lebensmitteln und Erneuerbaren Energien“. Den Vorschlag der EU-Kommission, von den Landwirten als Gegenleistung zu den Direktzahlungen weitere Umweltmaßnahmen abzuverlangen, akzeptiere man nur, wenn diese Maßnahmen auf „Grünes Wachstum“ und nicht schlicht auf Greening abgestellt würden. Er forderte die EU-Kommission auf, Maßnahmen zu entwickeln, die für Umwelt wie für Landwirte Nutzen bringen würden. Konkret könne man die Ressourceneffizienz verbessern oder den Landwirten helfen, den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Auch habe man klare Vorstellungen, wie die Landwirte zu besseren Erlösen auf den Märkten kommen könnten. Vor dem Hintergrund der extrem großen Marktvolatilität seien auch Maßnahmen zur Verwaltung der Agrarmärkte von lebenswichtiger Bedeutung, so der COPA-Präsident.