Druschverluste bei Rapsernte vermeiden
Groß-Umstadt, 22.07.2011. Die Rapsernte stellt in diesem Jahr eine größere Herausforderung dar, weil die Bestände unter den ungünstigen Vegetationsbedingungen gelitten haben. Die ersten Ernteergebnisse bestätigen, dass mit einem geringeren Ertrag mit kleinen Körnern gerechnet werden muss. Außerdem sind die Flächen unterschiedlich abgereift und teilweise mit Unkraut durchwachsen. Weil sich aber bei richtiger Mähdreschereinstellung auch bei teilverunkrauteten Beständen ein Nicht-Korn-Bestandteil (NKB) von weniger als zwei Prozent realisieren ließe, empfehlen Prof. Dr. Thomas Rademacher von der Fachhochschule Bingen und Prüfingenieur Johannes Speer vom DLG-Testzentrum auf die Einstellung des Schneidwerkes besonders zu achten.
Sie raten, beim Anheben der Einzugsschnecke die Abstreifleiste anzupassen, um ein Wickeln der Unkräuter um die Einzugsschnecke zu vermeiden. Die Haspelhorizontalposition sollte grundsätzlich in Position Null, also so nahe wie möglich zur Einzugsschnecke stehen. Dies reduziere die Aufnahmeverluste. Der Eingriff der Haspel sollte so gering wie möglich sein, am besten gar nicht erfolgen, was auch die Gefahr des Wickelns von Unkraut um die Zinkenträger reduziere.
Da Siebverluste das Ergebnis während des Druschs noch verschlechtern können und der Raps in diesem Jahr wohl eine geringere Tausendkornmasse (TKM) als üblich aufweisen werde, könnte die Gebläsedrehzahl reduziert werden. Gleiches gelte bezüglich der Korngröße für die Siebweite. Aufgrund des Unkrautbesatzes wird empfohlen, das Obersieb vergleichsweise weiter zu schließen als das Untersieb. Dies verhindere, dass zu viele Stengel- und Unkrautteile auf das Untersieb und in die Überkehr gelangten. Weiterhin sollten die Landwirte ungleichmäßige Bestände so lange wie möglich reifen lassen, um die unteren Schoten verlustarm zu ernten. Wenn diese noch grün seien, verließen sie den Mähdrescher mit der Spreu. Neue Rapssorten seien vergleichsweise ausfallfest, erklärten die Fachleute. Daher sollte die Ernte nicht zu früh beginnen. Mit einer sanften Dreschwerkeinstellung sollten die kleinen Körner schonend behandelt werden. Es wird zu einer möglichst hohen Stoppellänge geraten, um die Aufnahme von grünem Rapsstroh und Unkräutern zu minimieren. Dies reduziere die Verluste bzw. maximiere den Durchsatz bei geringster Kornbefeuchtung und geringen NKB-Anteilen.