Deutsche Frühkartoffel-Saison mit guten Qualitäten
Berlin,04.08.2011. „Die deutschen Frühkartoffeln des Jahres 2011 sind von guter Qualität. Die derzeitigen Preise können die Verbraucher erfreuen, stellen aber die Bauern angesichts deutlich gestiegener Produktionskosten nur bedingt zufrieden.“ Dies erklärte Martin Umhau, Vorsitzender der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA) und Vorsitzender des Fachausschusses Kartoffeln beim Deutschen Bauernverband (DBV) vor dem Ende der diesjährigen Frühkartoffelsaison.
Im Frühjahr hätten optimale Pflanzbedingungen geherrscht und die Bestände schnell ihre Reife erreicht. Die über Wochen andauernde Trockenheit habe allerdings die Produktionskosten spürbar in die Höhe getrieben, da umfangreich beregnet werden musste, stellte Umhau fest. In einigen Anbaugebieten musste wegen der beträchtlichen Niederschläge die Ernte zuletzt noch unterbrochen werden.
Nur zögerlich sei in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels die Importware durch die deutschen Frühkartoffeln abgelöst worden. „Dennoch darf nicht davon abgerückt werden, Frühkartoffeln aus deutschen Landen nur in abgereiftem Zustand auf den Markt zu bringen. Die vor Jahren initiierte und von der Kartoffelbranche getragene Qualitätsoffensive wird vom Verbraucher und vom Lebensmitteleinzelhandel heute honoriert", stellte Umhau fest. Dies würden auch die Vertreter der Erzeugergemeinschaften einhellig bestätigen. Die zur Haupternte anstehenden Sorten ließen gute Qualitäten, jedoch keine großen Erntemengen erwarten. Die niedrigeren Erträge seien die Folge von geringeren Knollenansätzen der Kartoffelpflanzen. Infolge der geringeren Knollenanzahl könne es zu einem vermehrten Übergrößenanteil kommen. Dies gelte es in Abhängigkeit von der Verwertungsrichtung in Grenzen zu halten, weil die Vermarktung von Übergrößen im Frischbereich naturgemäß schwierig sei, so Umhau. Der stetige Verbrauchsrückgang von Kartoffeln in den zurückliegenden Jahrzehnten sei inzwischen gestoppt. 2010 verzehrte jeder Bundesbürger rund 63 Kilogramm Kartoffeln. Damit stabilisierte sich der Pro-Kopf-Verbrauch mit rund 60 Kilogramm zum Vorjahr.