Bundeskabinett beschließt Tierschutzbericht 2011
Berlin, 17.08.2011. Deutschland setzt hohe Standards für den Schutz von Tieren. Das unterstrich der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Peter Bleser. Alle vier Jahr zieht die Bundesregierung eine Bilanz über den Stand der Entwicklung des Tierschutzes und veröffentlicht den Tierschutzbericht.
Bleser erinnerte daran, dass national die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung um spezifische Regelungen an das Halten von Masthühnern ergänzt wurden. Im Ergebnis gelten damit in Deutschland höhere Anforderungen als es das europäische Recht vorsieht. Die Haltung von Legehennen in konventionellen, nicht-ausgestalteten Käfigen sei in Deutschland seit 2010, also zwei Jahre früher als in der Europäischen Union, ausnahmslos verboten. Ferner wurden 2009 die Leitlinien des Bundeslandwirtschaftsministeriums für die Pferdehaltung unter Tierschutzgesichtspunkten aktualisiert. Unterstützung habe es für wichtige Forschungsaktivitäten im Nutztierbereich und zur Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch gegeben, erklärte Bleser. In einem nächsten Schritt sollen spezifische Haltungsanforderungen für Mastkaninchen festgelegt werden. Auch sei ein Verordnungsentwurf zur Kleingruppenhaltung für Legehennen in der parlamentarischen Beratung. Auf europäischer Ebene setze sich das Bundeslandwirtschaftsministerium für eine freiwillige Tierschutzkennzeichnung von Lebensmitteln tierischer Herkunft ein. "Verbraucherinnen und Verbraucher sollen ein eindeutiges Kaufkriterium an die Hand bekommen, an dem sie erkennen können, wenn Lebensmittel nach noch höheren Standards produziert wurden als ohnehin gesetzlich vorgeschrieben", so Bleser. Zudem überarbeite das Bundeslandwirtschaftsministerium aktuell das sogenannte Säugetiergutachten, das insbesondere für die Haltung von Tieren in Zoos von Bedeutung sei. Auf Druck Deutschlands gebe es mittlerweile europaweit Verkehrsverbote für Hunde- und Katzenfelle sowie für Robbenerzeugnisse. Außerdem sei der Schutzstandard für Versuchstiere verbessert worden, sagte Bleser.