Getreideernte in Südbaden abgeschlossen
Freiburg, 23.08.2011. Mit Druschergebnissen, die 15 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt liegen, endete dieser Tage die Getreideernte 2011 in Südbaden. Das meldet der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV). Trotz eines um zwei Wochen früheren Erntebeginns hätten sich die Erntearbeiten von Anfang Juli bis in die zweite Augusthälfte hingezogen. Insgesamt sei die südbadische Landwirtschaft, verglichen mit anderen Regionen, bei den Ernteerträgen, der Qualität, aber auch bei den Erntearbeiten „mit einem blauen Auge davon gekommen“, so der Verband.
Ein langer Winter, die anhaltende Trockenheit im Frühjahr, kleinräumige Niederschläge in der Wachstumsphase, Hitze im Frühsommer und eine lange Regenperiode zur Erntezeit haben sich, nach Angaben des BLHV, in deutlich schwankenden Erträgen ausgewirkt. Im Frühdruschgebiet des Rheintals wurden danach Getreideerträge zwischen 60 und 75 dt/ha erzielt. Auf leichten und durchlässigen Standorten, insbesondere bei Sommergetreide wie Gerste und Hafer, habe es Mindererträge von mehr als 50 Prozent gegeben. Bei Braugerste führten zu hohe Eiweißgehalte zu Qualitätseinbußen und Preisabschlägen. Grund dafür sei der ungewöhnliche Vegetationsverlauf. Nach Angaben des BLHV wurde bei Brotgetreide wie Weizen und Roggen eine weitestgehend zufriedenstellende Qualität erzielt. Abstriche seien vereinzelt in den Spätdruschgebieten in Folge der verzögerten Ernte gemeldet worden.
Erfreulich für Erzeuger und Vermarkter sei, dass sich der Pilzbefall in Grenzen hielt. Nach BLHV-Mitteilung können die Landwirte angesichts eines entspannten Weltgetreidemarktes wieder zufriedenstellende Erzeugerpreise erlösen, die derzeit bei rund 18 €/dt liegen. Stark schwankende Markterlöse und standörtliche Ertragsschwankungen untermauern für den Verband, dass Landwirte dauerhaft auf EU-Flächenprämien angewiesen blieben. Nur durch die Prämien seien im vergangenen Jahr die Produktionskosten im Getreidebau gedeckt worden. Verbesserte Marktpreise seien dringend nötig, um die steigenden Kosten für Betriebsmittel zu decken und angemessene Einkommen zu erwirtschaften. Der BLHV erneuerte seine Forderung nach Einführung einer steuerfreien Gewinnrücklage zum Ausgleich der Wetterkapriolen.