Durchschnittliche Obsternte und Gemüse mit Problemen
Berlin, 25.08.2011. Die Obsternte fällt in diesem Jahr erneut gut durchschnittlich aus. Das meldet der Deutsche Bauernverband (DBV) in seiner Erntebilanz 2011. Dagegen sei die Gemüseernte von der EHEC-Krise gezeichnet gewesen. In deren Folge sind der Konsum und die Preise deutlich zurückgegangen und haben sich bis heute - insbesondere bei Gurken, Tomaten und Blattsalaten - noch nicht erholt.
Bei der wichtigsten Obstkultur, dem Apfel, hätten 2011 Frost, Hagel, Trockenstress und Junifruchtfall dazu geführt, dass die Apfelernte kaum höher liegen werde als letztes Jahr, erklärte der DBV. Aufgrund der Witterung im Juli und August gehe die Fruchtgrößenentwicklung beim Apfel jedoch weiter. In Deutschland wird eine Apfelernte von rund 896.000 t erwartet. Das bedeutet ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kirschenernte soll sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. Die Süßkirschenernte falle nur leicht höher aus als im letzten Jahr und soll nach DBV-Meldung bei knapp 33.000 t liegen. Bei Sauerkirschen werde die diesjährige Erntemenge bei rund 20.000 t liegen und damit wiederum nur das mengenmäßig schlechte Ergebnis des Vorjahres erreichen. Fröste und weitere Rodungen hätten zu der geringen Erntemenge beigetragen. In diesem Jahr sei aufgrund der wiederum kleinen Ernte eine Vermarktung zu akzeptablen Preisen möglich gewesen. Die Erdbeerernte habe bei rund 160.000 t gelegen, nach 157.000 t im Vorjahr. Dabei habe die Ernte aufgrund der warmen Witterung deutlich früher begonnen. Ein gleichmäßiger Saisonverlauf habe zu einer guten Marktverteilung und ausgeglichenen Versorgungslage über die gesamte Saison geführt. Im Gemüsebau habe die Erntesaison bei fast allen Kulturen im ersten Halbjahr deutlich früher als im langjährigen Durchschnitt begonnen. Allerdings seien bereits im Frühjahr die Bewässerungskosten extrem hoch gewesen, führte der Bauernverband aus. Die meisten Preise hätten bis zur EHEC-Krise auf dem Vorjahresniveau gelegen. Die Spargelernte 2011 habe mit knapp 100.000 t das Niveau des Vorjahres erreicht. Bei durchschnittlichen Preisen und kontinuierlicher Marktbeschickung bezeichnet der DBV die Spargelsaison als „ordentlich“. Den anfänglich guten Pflanz- und Aufwuchsbedingungen für Kartoffeln seien Phasen der Frühjahrstrockenheit gefolgt, wodurch die Kosten für die Beregnung in die Höhe getrieben worden seien. Mit Beginn der Niederschläge seien in Teilen Deutschlands die Rodebedingungen zunehmend schwierig geworden, gleichwohl seien die Qualitäten der gerodeten Frühkartoffeln sind gut. Im Vergleich zum Vorjahr wiesen die Erträge eine größere Schwankungsbreite auf. Für die Haupternte werde mit Übergrößen gerechnet.