Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2011 Finanzprofis geben die Richtung bei den Agrarpreisen vor

Finanzprofis geben die Richtung bei den Agrarpreisen vor

Erfurt, 07.09.2011. An den Agrarmärkten geben nicht mehr Angebot und Nachfrage vor Ort, sondern international agierende Finanzprofis die Richtung bei den Preisen vor. Darauf hat Eugen Weinberg von der Commerzbank AG bei den Unternehmertagen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hingewiesen. „Rein an Versorgungsbilanzen orientierte Kursprognosen stoßen damit an Grenzen, was ausgeklügelte Strategien zur Preisabsicherung unentbehrlich macht“, erklärte der Rohstoffexperte. Er hat ausgerechnet, dass zwischen Aktien- und Weizenmarkt mittlerweile ein starker Preiszusammenhang besteht, die Korrelation beziffert er auf 80 %. Ein Blick auf den DAX in Frankfurt lasse damit klare Rückschlüsse auf den Weizenpreis zu, so Weinberg.


Der Banker begründete die zunehmende Abhängigkeit der Agrarpreise von den Finanzmärkten mit dem Öffnen der Geldschleusen zur Abwendung einer globalen Rezession. Dadurch seien weltweit große Mengen an billigem Geld in die internationalen Aktien-, Devisen- und Rohstoffmärkte geflossen, die bei aufkommender Nervosität auch blitzschnell wieder abgezogen würden.

Flüchtiges Kapital verursache in den vergleichsweise engen Agrarmärkten extreme Kursausschläge. Zwar habe sich die Anlagesumme in den Rohstoffmärkten in den letzten zehn Jahren von 10 Mrd. $ auf zuletzt 500 Mrd. $ verfünfzigfacht. Dies sei aber nur ein Bruchteil der 70 Billionen Dollar, die rund um den Globus allein in Aktien angelegt seien. Verstärkt würden Preisausschläge bei den Agrarcommodities dadurch, dass Finanzprofis Anlageentscheidungen häufig an charttechnischen Signalen ausrichteten.

Nur mit dieser Orientierung an Trends sei erklärbar, warum Spekulanten 2010 selbst bei Preisen unter 130 Euro/t für Matif-Weizen noch auf der Verkäuferseite engagiert gewesen seien. Die im August durch den Exportstopp Russlands ausgelöste Aufwärtsbewegung sei auch deshalb so extrem ausgefallen, weil die zuvor auf der Verkaufsseite stehenden Spekulanten ihre Positionen durch massive Weizenkäufe glattstellen mussten. 

 

Agrarexporte weiter auf Rekordkurs

Berlin, 25.08.2011. Der deutsche Agrarexport hat im ersten Halbjahr 2011 deutlich zugelegt. Nach vorläufigen Zahlen wurden Güter der Land- und Ernährungswirtschaft im Wert von rund 27,3 Mrd. Euro exportiert. "Das ist ein Plus von rund 2,7 Milliarden Euro oder 11,1 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres. Der Export erreicht damit ein neues Rekordniveau," sagte Dr. Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundeslandwirtschaftsministerin. Die Zahlen bestätigten die hohe Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft 

mehr