Bauernverband gegen Flächenstilllegung
Berlin, 16.09.2011. Ackerflächen stilllegen und gleichzeitig Ernährungssicherheit gewährleisten sowie Bioenergie ausbauen, ist nicht möglich. Darauf hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, den Kommissar für Energie der Europäischen Kommission, Günther Oettinger, in einem Schreiben hingewiesen. Anlass für diesen Hinweis sind die Verordnungsvorschläge zur Gemeinsamen Agrarpolitik 2014 bis 2020, die sich derzeit im Abstimmungsverfahren zwischen den Generaldirektionen der EU-Kommission befinden.
Nach Sonnleitners Einschätzung stehen die Vorschläge zur künftigen Agrarpolitik in offenem Widerspruch zu den EU-Zielen der Ernährungssicherung und eines gleichzeitigen Ausbaus der Bioenergie. Insbesondere die Vorgabe, dass künftig 7 Prozent aller Ackerflächen der landwirtschaftlichen Produktion entzogen werden sollen, sei kontraproduktiv. Durch eine solche pauschale Stilllegungspflicht müssten in der EU-27 etwa 5 bis 6 Millionen Hektar Ackerflächen aus der Produktion genommen werden. Das entspreche der heutigen Anbaufläche für Bioenergie in der Europäischen Union. Dieses landwirtschaftliche Produktionspotenzial in einer Phase weltweit wachsender Nachfrage nach Agrarprodukten stillzulegen, sei völlig unverantwortlich, stellte der DBV-Präsident in dem Schreiben fest. Der erforderliche Ausbau der Bioenergie in der EU wäre stark behindert, die „Teller-oder-Tank“-Debatte würde neu angeheizt. Eine Stilllegungspflicht für Ackerflächen wäre auch wegen des weltweit steigenden Bedarfs an Nahrungsmitteln ein völlig falsches Signal, so der Bauernpräsident.