Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2011 Bauernverband gegen unregulierte Agrarspekulationen

Bauernverband gegen unregulierte Agrarspekulationen

Berlin, 03.11.2011. „Die Landwirtschaft benötigt zur Risikoabsicherung auf volatilen Märkten Warentermingeschäfte“. Das erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Gerd Sonnleitner. Diese Geschäfte dürften aber nicht mit Spekulationen auf den Agrarmärkten verwechselt werden. Angesichts des zunehmenden Auf und Ab der Erzeugerpreise auf den Märkten müssten die Bauern wie ihre Marktpartner Risikovorsorge betreiben. Die deutsche Landwirtschaft sei auf funktionsfähige Terminmärkte mit hinreichender Liquidität mehr denn je angewiesen, betonte er weiter.


www.bauernverband.de
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Ähnlich wie in den USA müsse eine Weiterentwicklung der Warenterminbörsen darin bestehen, dass über die täglich gehandelten Positionen nach Umfang und Herkunft völlig transparent berichtet werde, schlug Sonnleitner vor. Der Bauernpräsident sieht auch beim außerbörslichen Handel mit Finanz- und Agrarprodukten (OTC) wegen der fehlenden Transparenz dieser Geschäfte erheblichen politischen Handlungsbedarf. Wenn die EU eine Clearingstelle und ein Transaktionsregister einführen wolle, finde dies die Unterstützung des Berufsstandes. Zu verbesserten Markttransparenz gehöre aber auch eine verbesserte Transparenz über die weltweiten Lagerbestände von Agrarrohstoffen. Ähnlich wie in den USA habe die EU die Aufgabe, ein weltweites Agrarmarktinformationsnetz über die jetzt im Aufbau befindlichen EU-Außenvertretungen zu errichten, forderte Sonnleitner undkritisierte gleichzeitig die Alleinstellung des USDA in Washington bei der weltweiten Preisfindung. Deshalb gingen auch die G-20 Vorschläge zur Errichtung eines internationalen, bei der FAO angesiedelte Marktinformationssystem „AMIS“ in die richtige Richtung. Sonnleitner verweist darauf, dass für den einzelnen Betrieb auch die Einführung einer steuerlichen Risikoausgleichsrücklage zur Begrenzung des Risikos dringend notwendig sei. Er sehe darin eine gute Möglichkeit, die Eigenversorge der Bauern für Wetter- und Marktrisiken zu stärken. Es gelte nicht eine neue steuerliche Sonderregelung für die Landwirtschaft einzuführen, sondern darum, die Besonderheiten der Landwirtschaft auch im Steuerrecht abzubilden, betonte der Bauernpräsident.

 

Diskussion um Warentermingeschäfte

Berlin, 27.05.2011. Warentermingeschäfte mit Agrarrohstoffen werden derzeit intensiv diskutiert. Die Europäische Kommission arbeitet bereits an Regulierungsvorschlägen, mit denen eine größere Markttransparenz geschaffen und strengere Kontrollen umgesetzt werden sollen. Nach Ansicht von Dr. Reimer Mohr, Hanse Agro Unternehmensberatung, der im Auftrag der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) die Rolle der Warenterminbörsen analysiert hat, sind Forderungen nach einer Beschränkung von Warentermingeschäften aber nicht vertretbar.

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