Rohstoff-Index unter Druck
Bonn, 07.11. 2011. Der Agrarrohstoff-Index der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) für die wichtigsten in Deutschland erzeugten Agrarrohstoffe hat im Oktober 2011 relativ deutlich um 1,7 Punkte nachgegeben. Mit 138 Punkten bewegte sich der Wert für die 13 im Index enthaltenen Agrarprodukte im langfristigen Vergleich allerdings immer noch auf relativ hohem Niveau. Der diesjährige Höchststand vom Mai 2011 wird nach AMI-Information jedoch um 4,9 Punkte oder 3,4 Prozent unterschritten.
Vor allem pflanzliche Rohstoffe standen demzufolge im Oktober unter Druck. So hätten zum einen deutlich positivere Prognosen zur weltweiten Versorgung mit Getreide, insbesondere Weizen, für einen kräftigen Preisrückgang an den Terminmärkten gesorgt, der mit etwas Verspätung auch auf dem Kassamarkt angekommen sei. Gleichzeitig fehle es am deutschen Markt wie auch im Exportgeschäft an nennenswerten Absatzimpulsen. Verschärft werde die Situation laut AMI durch die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der europäischen Schuldenkrise, die auch den Risikoappetit der Anleger an den Agrarbörsen spürbar dämpfe und damit einen zusätzlichen Preisdruck aufbaue. Den deutlichsten Kurseinbruch registrieren die Marktbeobachter auf Erzeugerebene bei Körnermais, bei dem die Preise zum Vormonat um rund 16 Prozentpunkte nachgegeben hatten. Hohe Erträge bei der Maisernte hätten sich schwächend auf die Erzeugererlöse ausgewirkt.
Deutlich weniger erzielten die Landwirte nach AMI-Information auch bei Brotweizen, der im Oktober fast 8 Prozent schwächer notierte als im September. Vergleichsweise moderat habe sich die Preisentwicklung beim Raps gezeigt. Hier hätten die Kurse, gestützt von einem festen Mineralölmarkt, lediglich um 2,4 Prozent nachgegeben. Unterstützung habe der Rohstoffindex zudem von einem sehr festen Rindfleischmarkt erhalten. Vor allem Jungbullen seien knapp und gesucht gewesen, so dass die Erzeugerpreise im Oktober um 2,5 Prozent auf 3,67 EUR/kg geklettert seien. Bei Mastschweinen wurden zuletzt unveränderte und bei Masthähnchen leicht reduzierte Kurse registriert. Die Milcherzeugerpreise haben AMI zufolge im Oktober mit leichten Aufschlägen notiert. Für den November rechnen die Analysten mit stabilen bis festeren Märkten bei Fleisch und Milch. Bei Getreide und Ölsaaten sollen die Kurse dagegen volatil bleiben, wobei auch höhere Preise im kommenden Monat nicht ausgeschlossen werden könnten.