Weniger Pflanzenschutzmittelrückstände gefunden
Brüssel, 10.11.2011. Immer mehr Lebensmittel sind ohne Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Nach dem Pestizid-Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) lagen 97,4 % der analysierten Proben unter den zulässigen Rückstandshöchstgehalten (RHG) von Pestiziden – ein Anstieg gegenüber 2008 von knapp einem Prozentpunkt. Dabei heben die Berichterstatter hervor, dass es nicht notwendigerweise Sicherheitsbedenken aufwerfe, wenn in Lebensmitteln nachgewiesene Pestizide Rückstandshöchstgehalte überschritten.
Die berichtenden Länder, zu denen neben den EU-Mitgliedstaaten auch Island und Norwegen zählen, haben nahezu 68.000 Proben von Lebensmittelprodukten auf 834 Pestizide analysiert. Dabei stieg die Zahl der analysierten Lebensmittelprodukte von knapp 200 im Jahr 2008 auf ungefähr 300 in 2009. Die Rückstandshöchstwerte wurden häufiger in Proben aus Ländern außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums überschritten (6,9 % der Proben) als in solchen aus EU- und EFTA-Ländern (1,5 % der Proben). Die geringste Überschreitungsquote von allen untersuchten Lebensmitteln wurde bei Erzeugnissen tierischen Ursprungs (0,3 %) ermittelt. In dem von der EU koordinierten Teil des Überwachungsprogramms, mit dem direkt vergleichbare Daten aus den berichtenden Ländern für die Bewertung der Ernährungsexposition erhoben werden sollen, waren 61,4 % der Proben frei von messbaren Pestizidrückständen. Im Vergleich zum Jahr 2006, in dem zuletzt dieselben Lebensmittelerzeugnisse pflanzlicher Herkunft im Rahmen eines von der EU koordinierten Programms analysiert worden waren, ist die RHG-Überschreitungsquote von 4,4 % auf 1,4 % zurückgegangen. EFSA zufolge lasse sich dies teilweise auf die Harmonisierung der Rückstandshöchstgehalte zurückführen, die im September 2008 in Kraft getreten war. Aber auch andere Faktoren könnten zu der Verbesserung beigetragen haben, etwa ein wirksamerer Rückgriff auf Rechtsvorschriften, die Hersteller und andere Akteure der Industrie zur Einführung von Sicherheitssystemen zwingen, sowie Änderungen der Einsatzmuster von Pestiziden in Europa.