Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2011 Kein Botulismus durch Biogasanlagen

Kein Botulismus durch Biogasanlagen

Hannover, 30.11.2011. Das Risikopotenzial von Biogasanlagen im Zusammenhang mit der Toxinbildung von Clostridium botulinum kann wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Das erklärte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann im Rahmen des Niedersächsischen Biogasforums. Im Auftrag seines Ministeriums hatte die Tierärztliche Hochschule Hannover 2011 die Problematik untersucht. Ziel war es, an repräsentativen Stichproben von Gärsubstraten und Gärresten aus Biogasanlagen den Nachweis von pathogenen Clostridien und Botulinum-Toxin zu führen.


Untersucht wurden Gärsubstrat und Gärreste
Untersucht wurden Gärsubstrat und Gärreste

Untersucht wurden Proben aus insgesamt 15 Biogasanlagen in Niedersachsen. Im Blickpunkt standen fünf so genannte Nawaro-Anlagen in Ackerbauregionen ohne Gülle (nur mit Energiepflanzen), fünf in Milchviehregionen mit Rindergülle und Energiepflanzen sowie fünf in Veredelungsregionen mit Schweinegülle und Hühnertrockenkot sowie Energiepflanzen. Um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten, waren pro Anlage jeweils vier Proben aus Gärsubstraten gewonnen worden sowie drei Proben aus Gärresten. In keiner Probe sei neurotoxinbildendes Clostridium botulinum nachgewiesen worden. Außerdem sei während des Fermentationsprozesses auch keine Anreicherung von Keimen in den Gärresten gefunden worden. Gert Lindemann zeigte sich erfreut, dass die Untersuchungen hinsichtlich der Botulismusproblematik kein Gefährdungspotential bei den untersuchten Biogasanlagen aufweisen: „Andernfalls“, so der Landwirtschaftsminister, „hätten wir die Biogaserzeugung auf der Basis von Gülle, Energiepflanzen und auch Bioabfällen überdenken müssen."
Für die 2011 in Niedersachsen betriebenen und im Bau befindlichen Biogasanlagen wird eine Fläche von etwa 250.000 ha benötigt. Das entspricht rund 9% der niedersächsischen landwirtschaftlich genutzten Fläche. Außerdem werden heute mit über 10 Mio. t Gülle und rd. 1,4 Mio. t Bioabfälle mehr als 50 Prozent der Gärsubstrate aus Reststoffen und landwirtschaftlichen Nebenprodukten gewonnen, so das Ministerium.
 

 

Mehr Lebensmittelsicherheit durch europäisches Schnellwarnsystem

Brüssel, 25. Oktober 2011. Das System der Europäischen Union (EU) zum raschen Austausch von Informationen über Gefahren im Zusammenhang mit Lebens- und Futtermitteln hat im Jahr 2010 größere Bedeutung erlangt. Dies bestätigt der Jahresbericht des Schnellwarnsystems für Lebens- und Futtermittel (RASFF). John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, erklärte dazu: „Wie die EHEC-Krise vor kurzem gezeigt hat, müssen die erforderlichen Informationen rasch verbreitet werden, damit die Behörden gefährliche Produkte vom Markt nehmen können, sobald sie ermittelt sind.“

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