Getreideschätzungen belegen durchschnittliche EU-Ernte
Brüssel, 17.12.2011. Die diesjährige EU-Getreideernte war im Großen und Ganzen gut, auch wenn widrige Witterungsbedingungen zu einigen Qualitätsproblemen führten. Das hat der europäische Bauern- und Genossenschaftsverband Copa-Cogeca bekräftigt und mit neuen Schätzungen für die Wirtschaftsjahre 2010/11 und 2011/12 untermauert. Allerdings werde die Aussaatfläche nicht den Rekordstand des Jahres 2008 erreichen. Für das Wirtschaftsjahr 2012/13 erwarten Copa-Cogeca eine annähernd konstante Produktion von 283 Mio. t Getreide. Der europäische Verband warnte davor, durch hohe Betriebsmittelpreise die europäischen Erzeuger weiter unter Druck zu setzen und besteht auf größere Transparenz auf den Düngemittelmärkten.
Die Zahlen bestätigen, dass die diesjährige EU-Getreideproduktion mit insgesamt rund 283 Millionen Tonnen in das Durchschnittsvolumen der letzten fünf Jahre einzuordnen ist, es waren allerdings aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse Probleme bei der Qualität zu verzeichnen, die je nach Mitgliedstaat variierte. Die Vorausschätzungen für das nächste Jahr weisen eine stabile Produktion aus, wobei die Aussaatfläche mit insgesamt 55,75 Millionen ha nicht das Niveau des Jahres 2008 erreichen dürfte“, betonte der Vorsitzende der Copa-Cogeca-Arbeitsgruppe „Getreide“, Ian Backhouse. Bei Mais habe die diesjährige gute Ernte die Landwirte zur Beibehaltung der Aussaatfläche für 2012 bewegt. Es sei auch mit einer anhaltend angespannten Marktlage zu rechnen. Zudem seien die Aussichten auf den Getreidemärkten höchst ungewiss, da die europäischen Landwirte weiter mit hohen Betriebsmittelkosten konfrontiert seien. Dies gelte insbesondere für die Düngemittelpreise, die nahe bei den Rekordniveaus des Jahres 2009 lägen, während der Druck auf die Gaspreise nachgelassen habe. „Copa-Cogeca besteht daher auf größere Transparenz auf den Düngemittelmärkten und hält mehr Konkurrenz auf diesem monopolartigen Weltmarkt für dringend geboten“, betonte der Ausschussvorsitzende.