Rückläufige Getreidepreise bedrohen Einkommen
Brüssel, 20.12.2011. Die Betriebseinkommen in der Europäischen Union sind 2011 real durchschnittlich um 6,7% gegenüber 2010 gestiegen. Copa-Cogeca, der europäische Bauern- und Genossenschaftsverband, zeigte sich erfreut angesichts dieser ersten Einschätzung von Eurostat. Die positive Preisentwicklung im Getreidesektor sei während des ersten Halbjahres verstärkt worden, so Copa-Cogeca. Der Verband warnte jedoch, dass es sich hierbei nur um eine vorläufige Schätzung handele, die sich noch ändern könne, sobald der jüngste Rückgang der Getreidepreise in der Statistik berücksichtigt werde.
„Ich freue mich über die Steigerung, doch die Zahlen werden Anfang nächsten Jahres revidiert und könnten nach unten korrigiert werden, da die Weizenpreise seit Juli und die Maispreise seit September schrittweise gesunken sind“, erklärte Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen. Die Betriebseinkommen in der EU seien außerdem weiterhin sehr gering – sie betrugen weniger als 50% der Durchschnittsverdienste in anderen Sektoren. Darüber hinaus rufe die derzeitige Wirtschaftskrise der Eurozone eine große Unsicherheit unter den Landwirten hervor. Durch die Krise würde insbesondere der dringend notwendige Anstieg des Fleischverzehrs ausbleiben, so Pesonen. „Unser von den Mitgliedern von Copa-Cogeca betriebenes Landwirtschaftsbarometer zeigt auch, dass die Zuversicht der Landwirte in Europa sich Anfang 2011 erholte, im dritten Quartal 2011 jedoch wieder absackte“, erklärte der Generalsekretär weiter. Schlussendlich bleibe die Zuversicht positiv, jedoch auf niedrigem Niveau. Pesonen forderte die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die Landwirtschaftsminister der EU auf, eine starke, dynamische und innovative Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2013 zu gewährleisten, die den Landwirten Zuversicht für Investitionen in die Zukunft und für mehr Innovation und Forschung gibt. Mit Blick auf die weltweit steigende Nachfrage nach Lebensmitteln sollte die Stärkung der wirtschaftlichen Rolle der Landwirte, d.h. die Erzeugung von Lebensmitteln für 500 Millionen Verbraucher, eine Priorität werden.