Raiffeisenverband senkt Ernteschätzung deutlich
Berlin, 14.07.2010. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat seine monatliche Ernteschätzung nach der außergewöhnlichen Hitzewelle der vergangenen Wochen deutlich gesenkt. Im Vergleich zum witterungsbedingt günstigen Vorjahr erwartet der DRV in Deutschland knapp 8 % niedrigere Getreidedurchschnittserträge von 66,2 dt/ha. Vor vier Wochen lag die Ertragserwartung noch 4 dt/ha höher. Die anhaltende Hitze habe insbesondere die Weizen- und Maisbestände sowie spät gesäte Sommersaaten überproportional geschädigt.
Die aktuell geschätzte Erntemenge von 44,2 Mio. t Getreide werde das Vorjahresergebnis von 49,7 Mio. t um voraussichtlich 5,5 Mio. t oder 11 % verfehlen. Der DRV stützt seine Prognose auf eine vom Statistischen Bundesamt veranschlagte Getreidefläche von 6,68 Mio. ha. Sollte die Hitzewelle anhalten, seien weitere Korrekturen nach unten nicht auszuschließen. Schwache und notreife Triticale-, Roggen- und Gerstenschläge müssten dann gehäckselt und der Aufwuchs in Biogasanlagen verwertet werden. Der Kornertrag dieser Flächen werde dann dem Markt zusätzlich entzogen. Auch bei Raps veranschlagt der DRV den bundesweiten Durchschnittsertrag witterungsbedingt niedriger. Erwartet werden nur noch 38 dt/ha. Dies wären je Hektar Anbaufläche knapp 5 dt oder 11,5 % weniger als im Rekordjahr 2009. Besonders hohe Hitzeschäden erwartet der DRV in Ostdeutschland und Niedersachsen. Die Rapsernte von 5,6 Mio. t werde das Vorjahresergebnis von 6,3 Mio. t um mehr als 10 % unterschreiten.