Copa-Cogeca unterstreicht Notwendigkeit starker GAP
Brüssel, 27.07.2010. Die jüngste Volatilität der europäischen Getreidepreise ist ein Beweis dafür, dass der Markt nicht ordnungsgemäß funktioniert und es ist notwendig, dass dessen Funktionsweise für die Zukunft neu evaluiert wird. Das betont Copa-Cogeca, der europäische Bauern- und Genossenschaftsverband. Anlass zur Sorge geben die steigenden Getreidepreise im Anschluss an die Hitzewelle und infolge des Agrarrohstoffhandels jenseits des physischen Markts.
Der Vorsitzender der Copa-Cogeca-Arbeitsgruppe „Getreide“, Paul Temple, erklärte dazu: „Für Copa-Cogeca bewegten sich die Getreidepreise im Wirtschaftsjahr 2009/10 auf so niedrigen Niveaus (mehr als 50% unter dem Stand von 2007), dass ein Anstieg nicht Anlass zu allzu großer Sorge geben sollte“. Nichtsdestotrotz sei die extrem starke Preisvolatilität besorgniserregend und ein Problem für die Rohstoffversorgungskette. „Wir müssen daher sicherstellen, dass die Märkte besser funktionieren.“ Augenblicklich stehe für das Wirtschaftsjahr 2010/11 eine Getreideproduktion für die EU-27 zu erwarten, die mit einem Rückgang um 1,3% gegenüber dem Vorjahr recht stabil ausfallen dürfte. Angesichts der Witterungsbedingungen könnte sich dies aber noch ändern. Die aktuelle Volatilität verschärfen noch Spekulationsgeschäfte. Die Getreideerzeuger benötigen für ihre betriebliche Tätigkeit ein gewisses Maß an Vorhersehbarkeit des Marktgeschehens, um gewährleisten zu können, dass die Produktion den wachsenden Anforderungen der Versorgung nachkommt. Vor allem die Tierhaltung sei auf ein konstantes wettbewerbsfähiges Angebot angewiesen. Die noch verbleibenden Maßnahmen der Marktverwaltung müssten folglich im EU-Getreidesektor als ein Sicherungsnetz erhalten bleiben.“ Copa-Cogeca appelliert an die europäischen Entscheidungsträger, für eine starke EU-Agrarpolitik (GAP) nach 2013 einzutreten. „Welche die Ernährungssicherheit zu gewährleisten und der wachsenden Volatilität der Märkte zu begegnen vermag“, so Temple.