Bauernverband zieht magere Erntebilanz 2010
Berlin, 25.08.2010. Der Deutsche Bauernverband (DBV) zieht für 2010 eine magere Erntebilanz: Wegen der anhaltenden Wetterextreme ist die Getreideernte noch nicht abgeschlossen und fällt mit 43,9 Mio. t deutlich niedriger aus als die Vorjahresernte von 49,7 Mio. t. Das entspricht einem Rückgang von 11,8 %. Selbst der langjährige Durchschnitt ließe sich in diesem Jahr nicht mehr erreichen. Die Wetterunbillen machten die Ernte zu einer Zitter- und Verlustpartie, berichtete Dr. Klaus Kliem, Vorsitzender des DBV-Fachausschusses für Getreide. Neben Ertragseinbußen sei die Ernte 2010 von Qualitätsverlusten geprägt.
Positiv entwickelten sich dagegen die Getreidepreise. Während der Preis für eine Tonne Brotweizen im März dieses Jahres im Bundesdurchschnitt noch bei 107 Euro lag, betrage dieser aktuell 181 Euro. Der Preis für eine Tonne Raps lag im Winter 2009/10 durchschnittlich bei gut 260 Euro, aktuell liege er mit knapp 355 Euro deutlich über diesem Niveau. Jedoch müssten die Landwirte Kostensteigerungen durch die erschwerten Erntebedingungen und die aufwendige Trocknung des Getreides vor der Einlagerung verkraften. Zudem profitierten die Landwirte nach Aussage Kliems nicht vollständig von diesen Preissteigerungen, da Getreide und Raps bereits über Vorkontrakte vermarktet wurden.
Als Ursachen für die Preisentwicklungen verwies Kliem vor allem auf die Einflüsse der internationalen Märkte. So wurden bedingt durch die Hitzewelle im Juli Ernteprognosen mehrmals nach unten korrigiert. Meldungen über Ernteausfälle in Russland hätten vor allem die Weizenpreise steigen lassen. Nachdem Russland als einer der führenden Weizenexporteure einen Exportstopp verhängte hatte, erreichten die Weizenpreise ihren ersten Höhepunkt. Auch hätten Spekulationen die Preise an den Börsen angeheizt. Jüngst bestimmen Unsicherheiten über die Qualitäten des Getreides das Marktgeschehen, vor allem über das Aufkommen von hochwertigem Brotgetreide, so Dr. Kliem.