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Nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft – Konzepte statt Barrieren

Landwirt Troy Roush (li.) mit KWS Vorstandssprecher Philip von dem Bussche (re.) bei der Übergabe des Buches "Tomorrow's Table"
Landwirt Troy Roush (li.) mit KWS Vorstandssprecher Philip von dem Bussche (re.) bei der Übergabe des Buches "Tomorrow's Table"

(Einbeck, 3.2.2011/Nr. 8/ho) Mitarbeiter der KWS SAAT AG besuchten am vergangenen Mittwoch eine Veranstaltung zur Grünen Gentechnik der BI gentechnikfreies Südniedersachsen. Der amerikanische Landwirt Troy Roush und der Vertreter des Center for Food Safety, Bill Freese berichteten über ihre Erfahrungen mit der Grünen Gentechnik in den USA. Sie stellten aus ihrer Sicht Risiken dieser Technologie dar, insbesondere eine zunehmende Abhängigkeit der Landwirte von einzelnen Saatgutunternehmen.

Der Landwirt Troy Roush bewirtschaftet mit seiner Familie in Indiana eine 2200 ha große Farm und äußerte sich kritisch gegenüber dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Gleichzeitig praktiziert er aber in seinem eigenen Betrieb eine Form der Koexistenz unterschiedlicher Bewirtschaftungsformen, indem er ökologische und gentechnisch veränderte Sojabohnen in unmittelbarer Nähe (Abstand 10 m) nebeneinander anbaut. Während die anwesenden Vertreter der deutschen Initiativen Koexistenz als nicht praktizierbar darstellten und vor den Gefahren eines Nebeneinanders unterschiedlicher Bewirtschaftungsformen warnten, zeigte Troush eindrucksvolle Bilder von einem Nebeneinander von Ökolandbau und Gentechnik auf seinem Betrieb. Dies nahm KWS Vorstandssprecher Philip von dem Bussche zum Anlass, den beiden Referenten im Anschluss an die Veranstaltung je ein Exemplar des Buches „Tomorrow’s Table“ zu überreichen. Dort wird als Vision beschrieben, was Troy Roush bereits praktiziert: Gentechnik und Ökolandbau können und müssen Hand in Hand gehen.

Bill Freese betonte in seinem Vortrag mögliche Gefahren der Grünen Gentechnik, besonders Auskreuzungen von Luzerne (Alfalfa) und Zuckerrüben. Vertreter der KWS verwiesen in der Diskussion darauf, dass hieraus keine Gefahren für Umwelt und Verbraucher entstünden, wie vielfältige Studien gezeigt hätten. Allerdings sei durch entsprechende Koexistenzregeln sicherzustellen, dass Auskreuzungen in der Saatgutproduktion und im Anbau minimiert würden.

Während die beiden Referenten vor den Folgen bereits entstandener Herbizidresistenzen und einer mangelnden Leistungsfähigkeit gentechnisch veränderter Sorten gegenüber konventionellen Züchtungen warnten, legten die KWS Mitarbeiter in ihren Diskussionsbeiträgen den Fokus auf die Wahlfreiheit der Landwirte und die unverändert hohe Nachfrage nach gentechnisch veränderten Sorten, je nach Kulturart zwischen 80 und 90 %. Ein verantwortungsvoller Umgang mit modernen Technologien sei ebenso notwendig wie Wettbewerb, um die Landwirte mit leistungsfähigem Saatgut zu versorgen. Troy Roush lobte in der Diskussion das faire und jederzeit korrekte Verhalten der KWS Tochterfirma AgReliant im amerikanischen Maismarkt.

Trotz gegenteiliger Ansichten und nicht überbrückbarer Gegensätze in der Einschätzung moderner Pflanzenzüchtung kam eine faire Fachdiskussion zwischen Kritikern und Befürwortern zu Stande. Einig waren sich beide Seiten ferner, dass für eine nachhaltige Landwirtschaft auch das Einhalten der Grundregeln der guten fachlichen Praxis unerlässlich ist. Philip von dem Bussche: „Wir haben einiges aus den Vorträgen mitgenommen“.

 

Ansprechpartner:

Sabine Michalek

Tel.: 0 55 61 / 311-334

s.michalek@kws.com