01.02.98 Wechsel in der Leitung des Instituts für Pflanzenzüchtung bei KWS
Am 01. Februar 1998 begeht Dr. Josef Franz Seitzer seinen 65. Geburtstag und beendet damit nach annähernd 20jähriger Tätigkeit für die KWS Kleinwanzlebener Saatzucht AG seine Arbeit als Leiter des Instituts für Pflanzenzüchtung. In einer Feierstunde am 23. Januar 1998 verabschiedete sich J. F. Seitzer von seinen Kollegen bei KWS.
J.F. Seitzer, gebürtig aus Ravensburg, arbeitete nach seinem Studium in Deutschland und Kanada 1974 auf der Weizenzuchtstation Wetze der Lochow Petkus GmbH. Von dort wechselte er 1975 zu Agriculture Canada, Ottawa Research Station, wo er sich mit der Züchtung von Sojabohnen befaßte. 1980 übernahm er die Leitung des Instituts für Pflanzenzüchtung der KWS AG in Einbeck.
Durch die Anwendung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Züchtungsforschung entstanden während dieser Zeit u. a. bei Zuckerrüben, Mais, Zwischenfrüchten und Rasengräsern zahlreiche Sorten, von denen viele in verschiedenen Ländern der Welt sehr große Marktbedeutung erlangten. Durch sein besonderes Engagement wurden auch die Züchtungsarbeiten bei Sonnenblumen und Körnerraps intensiviert, was kurzfristig zur Entwicklung leistungsfähiger Sorten führte.
Ein spezielles Anliegen von J.F. Seitzer war die praktische Nutzanwendung der Biotechnologie in der Pflanzenzüchtung. Als Beiratsmitglied der PLANTA Angewandte Pflanzengenetik und Biotechnologie GmbH, in der biotechnologische Aktivitäten der KWS AG durchgeführt werden, trug er entscheidend zur Weichenstellung für erfolgreiche Arbeiten bei. Der erste Antrag zur Freilandprüfung transgener Zuckerüben mit Resistenz gegen Rizomania wurde im Herbst 1992 beim damaligen Bundesgesundheitsamt gestellt.
Durch die vielseitige und erfolgreiche Tätigkeit als Pflanzenzüchter wirkte J.F. Seitzer in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien mit, wo er die Belange der praktischen Pflanzenzüchtung einbrachte. Genannt seien die Sektionen Öl- und Eiweißpflanzen der europäischen Pflanzenzüchter (EUCARPIA), der Wissenschaftliche Beirat der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung (GFP) sowie seine Tätigkeit in der internationalen Agarforschung.
Die Leitung des Instituts für Pflanzenzüchtung der KWS AG übernimmt ab dem 01.02.1998 Herr PD Dr. Günter Strittmatter.
Nach dem Biologiestudium in Freiburg und einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt an der Rockefeller Universität in New York hat sich G. Strittmatter als Projektleiter am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln vor allem mit der gentechnischen Erzeugung von Pilzresistenz in Pflanzen beschäftigt. Zuletzt war er als Projekt-Manager bei der Firma Planta Genetic Systems (PGS) in Gent/Belgien tätig. Durch seine Ausbildung und frühere Forschungstätigkeit bringt er beste Voraussetzungen für seine Funktion bei KWS mit.